Nach Orlová (Tschechische Republik)!

 

Austauschprojekte mit ausländischen Mittelschulen haben immer wieder besondere Akzente in unserem Schulalltag gesetzt. Zu Beginn der Achtzigerjahre pflegten unsere Russischklassen einen Austausch mit der Schule Nr. 128 in Moskau, zweimal schon reisten Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule Im Lee nach Tschechien, ins mährische Sternberk und die Hauptstadt Prag. Vor einigen Jahren schliesslich nahm eine Italienischklasse an einem Austausch mit dem Liceo Linguistico von San Giovanni Rotondo in Apulien teil.


Im letzten Herbst konnte unsere Schule dank der Vermittlung des Stadtrates von Illnau-Effretikon eine vierzigköpfige Delegation des Gymnasiums der tschechischen Kleinstadt Orlová empfangen. Die Gastschülerinnen und -schüler wohnten in den Familien von unseren Zweit- und Drittklässlerinnen und -klässlern, besuchten mit ihnen zusammen den Unterricht - sie alle belegen Deutsch als erste Fremdsprache - und erfreuten uns mit einem begeisternden Chorauftritt. Dankbar nahmen wir die Einladung zu einem Gegenbesuch an, die
Rektor Rafael Sázel beim Abschied aussprach!

Nach intensiven Vorbereitungsarbeiten ist es nun so weit: Am Sonntagabend, dem 17. Juni 2001, bricht eine Gruppe von 32 Schülerinnen und Schülern nach Orlová auf. Es sind diejenigen, die im letzten Herbst ihren tschechischen Kameradinnen und Kameraden Gastrecht gewährt haben; begleitet werden sie von den Lehrkräften Marianne Dünki, Barbara Heuberger, Karl Sigrist und in der zweiten Hälfte der Woche von Rektor Thomas Rutschmann. Die Reise führt über Wien nach Ostrava, wo uns unsere Freunde abholen werden. Orlová liegt im östlichsten Zipfel Mährens, nahe an der Grenze zu Polen, dem Bergbaugebiet Tschechiens, das seit dem 19. Jahrhundert durch den Abbau von Schwarzkohle und später durch die Schwerindustrie geprägt wird. Das Programm unseres Aufenthaltes, das die Deutschlehrerin des Gymnasiums Orlová Jitka Sekerová vorbereitet, sieht neben Unterrichtsbesuchen und einem Konzert des Schulchores zahlreiche Ausflüge in die Umgebung vor (Besichtigung der Barockstadt Olmütz, zum Beispiel). Auch unsere Schülerinnen und Schüler werden in Gastfamilien wohnen, denn gerade bei einem Austausch, der nur bedingt auf einer gemeinsamen sprachlichen und schulischen Basis aufbauen kann, sind persönliche und familiäre Kontakte von grösster Bedeutung.

Darüber hinaus wird unsere Schule mit dieser Öffnung nach Tschechien eine menschliche und kulturelle Bereicherung erfahren. Die Rückreise nach Winterthur (Ankunft: Sonntagmorgen, 24. Juni 2001) wird in Wien unterbrochen - der ehemaligen Hauptstadt jenes Kaiserreiches, zu dem Orlová noch vor hundert Jahren gehörte!