Synapse17 – ein ambitioniertes Kulturprojekt der Kantonsschule Küsnacht

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Vom  6. - 10. April verwandelt sich die Küsnachter Heslihalle für die Uraufführung von „Alissia in Space“ in einen neuartigen Theaterraum und das Areal der Kantonsschule Küsnacht wird für die Werkschau „überall ist hier“ zu einem Ausstellungsgelände voller Schiffscontainer umgestaltet.


Seit Monaten arbeiten gegen 200 Schülerinnen und Schüller neben dem Normalunterricht unter professioneller Anleitung an Text, Musik und Inszenierung des Stücks „Alissia in Space“, das vom 6. bis zum 10. April in der Heslihalle zu sehen ist.  Entstanden ist eine Geschichte, die sich auf unterhaltsame und kritische Weise mit unserer zunehmenden Vereinnahmung durch die mediale Vernetzung befasst. Die Theaterbesucher/innen tauchen in eine Welt ein, die auch für Alissia vollkommen neu und faszinierend ist.  Eintrittskarten sind über www.kkn.ch erhältlich oder direkt beim Sekretariat der Kantonsschule Küsnacht. (Aufführungsdaten:  6. April 20.00, 7. April 20.00, 8. April 20.00, 9. April 17.00, 10. April 20.00, Bar im Foyer, Türöffnung jeweils eine Stunden vor Vorstellungsbeginn.)

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Das Theaterstück ist ein wesentlicher Bestandteil eines ambitionierten Kulturprojekts, an welchem die Kantonsschule Küsnacht seit mehr als einem Jahr arbeitet: Schüler- und Lehrerschaft haben sich im Unterricht mit verschiedensten Aspekten des Themas „Vernetzung“ auseinandergesetzt.  Die Ergebnisse dieser Arbeiten präsentiert die Schule in einer innovativen Werkschau unter dem Titel „überall ist hier“ der Öffentlichkeit.  Man wird die Kantonsschule am Wochenende vom 7.- 9. April kaum wiedererkennen:  Sechs begehbare Schiffscontainer verwandeln den Pausenplatz in ein EXPO-Areal, eine „soziale Plastik“ rankt sich darum herum,  musikalische Darbietungen oder ein Poetry Slam sind Teil eines abwechslungsreichen Kulturprogramms und die Schulzimmer mutieren zu Ausstellungsräume.   In der traditionsreichen Semihalle wird eine Markthalle eingerichtet, die mit verschiedensten Speisen lockt, und in der italienischen Villa erwartet die Besucher ein Künstlerkaffee mit musikalischen und kulinarischen Leckerbissen. Die Ausstellung „überall ist hier“ öffnet ihre Tore am 7. April um 15.00 und der Eintritt ist frei.  (Öffnungszeiten:  7. April  15.00 bis 19.30, 8. April 11.30 bis 19.30, 9. April 11.30 bis 16.30) Weitere Informationen befinden sich auf der Webseite der Kantonsschule Küsnacht: www.kkn.ch.

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Projekt „Jugend schreibt“: KZO feiert internationalen Erfolg

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Je enger die Lehrer-Schüler-Beziehung, desto grösser der Lernerfolg, sagt der Lernwirksamkeitsforscher John Hattie. Mit der Teilnahme am Projekt „Jugend schreibt“ hat die Klasse AN4/AN5 der Kantonsschule Zürcher Oberland (KZO), mit ihrem Deutschlehrer Jürg Berthold als Coach an der Seite, während eines Jahres gezeigt, wie innovativer Unterricht, Professionalität und hohe Leistungsbereitschaft an Zürcher Mittelschulen aussieht.


Sprache als Quelle der Inspiration
Schreiben lernt man, indem man es übt. Und man übt es, indem man nicht nur möglichst viel
schreibt, sondern die eigenen Texte auch überarbeitet und stetig verbessert. Im Schulalltag
ist es gar nicht so einfach, die Schüler zu überzeugen, dass sie wirklich an ihren Texten arbeiten. Anders sieht es aus, wenn die Inspiration von aussen kommt. Der Realitätsbezug und die Aussicht, den eigenen Artikel in einer bedeutenden Zeitung lesen zu können, waren für die Klasse AN4 der Kantonsschule Zürcher Oberland jedenfalls Motivation genug, um zusammen mit ihrem Deutschlehrer Jürg Berthold am Projekt „Jugend schreibt“ der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z.) teilzunehmen. Journalismus ist harte Arbeit Ein Jahr lang schrieb die Klasse Artikel, die den hohen Anforderungen der FAZ genügen mussten. Bevor es ans Schreiben ging, reichten die Autorinnen und Autoren der KZO Themenvorschläge bei der F.A.Z.-Redaktion ein, und wenn das OK erfolgte, ging es ans Recherchieren, Interviewen, Schreiben und Überarbeiten. Sobald der fertige Artikel und die Einverständniserklärung vorlagen, ging der Text ab nach Frankfurt. Als Gegenleistung für ihre grosse Arbeit hatten die Schreibenden die Gelegenheit, mit der renommierten Zeitung zusammenzuarbeiten und somit einen Einblick in anspruchsvollen Journalismus zu erhalten. Eine wertvolle Erfahrung, an die sich alle Beteiligten sicher noch lange erinnern werden.

Die Schülerinnen und Schüler überzeugen mit Topleistungen
Die ganze Klasse war mit mehr als 40 publizierten Artikeln äusserst erfolgreich. Keine andere der 100 teilnehmenden Klassen war auf der Extraseite „Jugend schreibt“ so präsent wie die Klasse AN4 der KZO. Noch nie habe eine Klasse so eine bemerkenswerte Leistung erzielt, bestätigt der zuständige Verantwortliche der F.A.Z.

Impuls Mittelschule gratuliert der erfolgreichen Klasse und Jürg Berthold ganz herzlich zum
grossartigen Erfolg!

P.S. Das Erfolgsprojekt wird fortgesetzt. Jürg Bertold hat eine neue schreibbegeisterte Klasse, die M4b/M5b, dazu motivieren können, in die Fussstapfen der erfolgreichen Klasse zu treten. Wir freuen uns auf laufend neue Texte!

Luca Geppert, Südamerikanische Folklore und Schweizer Jodeln
Im Schweizer Tösstal treffen sich Menschen aus acht Nationen im Café International. Der Austausch in einem kleinen Dorf hat Schule gemacht.
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Fabienne Bonino: Vor imposanter Alpenkette um den besten Ausdruck ringen
Das Übersetzerhaus im Zürcher Oberland zieht Sprachkünstler aus der ganzen Welt an. Sie
sind gebildet und bescheiden. Für viele ist das ein Lieblingsort.
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Michelle Gugger: Glühen fürs Glas
365 Tage im Jahr ist der Wannenofen in Betrieb und hält seine 1500 Grad. Im Kanton Nidwalden am Vierwaldstättersee liegt eine Glasbläserei, die alte Handwerkskunst pflegt.
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Noemi Meier: Störe im Schweizer Tropenhaus
Im Schweizer Kandertal werden russische Störe gehalten, um Kaviar und Fleisch zu gewinnen. Ein Züchter über den Einsatz von Ultraschallgerät und Bolzenschuss.
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Was Lego-Roboter mit Bildung zu tun haben

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An der World Robot Olympiad in Delhi traten 84 Gewinnerteams aus weltweit fast 20'000 teilnehmenden Mannschaften zum finalen Wettkampf an. Auch drei Schüler der Kantonsschule Zürcher Oberland (KZO) reisten im November 2016 mit ihren Lego-Robotern im Gepäck nach Delhi, um sich mit den Besten zu messen. Begleitet wurden sie von einem Mathematiklehrer und einem Vater, der sich ehrenamtlich im Freifach Robotik an der KZO engagiert.


Die KZO-Mannschaft erzielte den ausgezeichneten 27. Schlussrang. Einzig zwei europäische Teams klassierten sich unter den vielen asiatischen Teams besser als das KZO-Team. Impuls Mittelschule freut sich über den Erfolg und gratuliert dem erfolgreichen Team! 

Wie das ausgezeichnete Resultat zustande kam und warum sich ein Vater ehrenamtlich an der KZO engagiert, erzählt Riccardo Benedetti, der engagierte Vater und Coach des Teams.

Warum sich ein Vater ehrenamtlich im Freifach Robotik an der KZO engagiert
von Dr. sc. techn. ETH Riccardo Benedetti

Der Begriff Robotik ist bald 75 Jahre alt und somit älter als die KZO. In den letzten Jahren hat sich diese Disziplin in der industriellen Fertigung sehr gut etabliert. Lego Mindstorms EV3 beispielsweise ist auch in den Konsumgüterbereich vorgedrungen. Mit diesem und weiteren Lego Technic-Teilen bauen die Jugendlichen der KZO im Freifachkurs Robotik die Grundversion auf und machen die ersten Erfahrungen mit der dazugehörigen Programmiersprache. Ist die Neugierde und das Interesse weiter gewachsen, so gilt es, die nächste Stufe zu erklimmen. Diese ist bedeutend schwieriger, denn eine jährlich sich ändernde Aufgabe muss mit einer eigenen Roboterkonstruktion möglichst punktebringend und schnell gelöst werden. Bei diesem WRO-Wettkampf (World Robot Olympiad Schweiz) messen sich verschiedene Teams aus der ganzen Schweiz während eines Tages und kämpfen um den Sieg und die Teilnahme am Weltfinale.
 
Ausblick aufs Ingenieurstudium
Um die Jugendlichen optimal auf diese Herausforderungen vorzubereiten, unterstütze und ergänze ich diesen Kurs ehrenamtlich. Durch meinen technischen Hintergrund, umfangreicher weltweiter Berufserfahrung in verschiedenen Positionen und aktueller Tätigkeit in einem Unternehmen mit vielfältigem Einsatz der Automatisierungstechnik, bringe ich das notwendige technische Knowhow mit. Vor zwei Jahren kam ich per Zufall zum Freifach Robotik, denn als Vater eines Kursteilnehmers galt es, das Freifach neu auszurichten. Die Zusammenarbeit zwischen Mathematiklehrer Stephan Looser und mir als erfahrenem Ingenieur aus der Industrie hat sich seither bewährt.

Ich nutze die Gelegenheit, mein Wissen und meine Erfahrung sinnvoll einzusetzen. Andere Leute engagieren sich in Vereinen, während ich mich als promovierter Elektroingenieur für die praktische Förderung der MINT-Disziplinen bei Jugendlichen einsetze. Wer weiss, vielleicht schlägt der eine oder andere Teilnehmende eine entsprechende berufliche Laufbahn ein.

Die Herausforderung des 21. Jahrhunderts wird die globale Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz sein. Dieser können wir gut begegnen, indem wir kreativ und innovativ sind. Genau dies erlernen die Jugendlichen durch die Vorbereitungsphase und den Wettkampf. Eine scheinbar einfache Aufgabe entpuppt sich als sehr knifflig zu lösen. Beispielsweise muss der Roboter einer Linie auf dem Spielfeld folgen, was ohne Kenntnisse der Regelungstechnik äusserst schwierig ist. Dieses Fach wird aber erst in einem Ingenieurstudium vermittelt, weshalb ich die Grundlagen altersgerecht aufarbeite und somit die bisherige Ausbildung der Kursteilnehmer punktuell ergänze. Das Erkennen der Grösse und Farbe verschiedenster Objekte mittels Sensoren mit ihren Kennlinien und Auflösungen gehört ebenso dazu.
 
Flexibilität und Teamfähigkeit
Im Kurs legen wir bereits nach den Sommerferien die Wettkampfteams fest. So lernen die Schülerinnen und Schüler effektiv und konstruktiv zusammenzuarbeiten. Besonders wichtig ist mir, dass sie sowohl positive als auch negative Erfahrungen sammeln. Dadurch entwickeln die Jugendlichen einen Sinn für Flexibilität, was am Wettkampftag von Vorteil ist. Auch zeige ich ihnen Analogien zu Konzepten aus anderen Fächern auf. Plötzlich wird ihnen klar, weshalb sie diese Fächer lernen und wofür sie dieses Wissen einsetzen können. Zudem lernen die Jugendlichen verschiedenster Klassen, Jahrgänge und Geschlechter, sich als Team auf ein Ziel zu fokussieren und es zu erreichen. Nebenbei erleben sie, wie wichtig das Zeitmanagement ist; dies ist für jedes Fach an der KZO anwendbar. In diesem Jahr waren wir so erfolgreich, dass sich ein Team für das Weltfinale in Neu-Delhi, das vom 25. bis 27. November 2016 stattfand, qualifizieren konnte. Dass dabei Englischkenntnisse notwendig sind, sei hier nur am Rande erwähnt.

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Das Weltfinale in Indien

Trotz intensiver Anstrengungen, kontinuierlicher Verbesserungen und Nachtschichten verflog die Zeit bis zum Weltfinale wie im Fluge. Die Hauptprobe kurz vor dem Abflug war ein voller Erfolg, und die Mannschaft reiste dank des robusten Erreichens des Punktemaximums in der vorgegebenen Zeit guten Mutes Richtung Osten ab. Wir schätzten unsere Chancen auf das Erreichen der vorderen Hälfte des Teilnehmerfeldes realistisch ein. Gegen asiatische Mannschaften, die sich bereits in sehr jungen Jahren mit Robotern beschäftigen, rechneten wir uns kaum Gewinnchancen aus. Die frühe Anreise half uns nicht nur, den Jetlag auszukurieren, sondern wir hatten auch genügend Zeit, um uns mit dem fremden Land und den unüblichen Gepflogenheiten vertraut zu machen und uns an die dortige Küche zu gewöhnen.

Je näher der Wettkampftag kam, desto höher stieg die Nervosität der Jugendlichen. Wir Coaches führten sie nun zielgerichtet an den Start heran und brachten die notwendige Ruhe ins Team. Nachdem sie alles sauber aufgebaut hatten, konnte unsere Mannschaft die robuste Leistung bestätigen und belegte schliesslich den 27. Rang von 84 Teilnehmern. Einzig zwei europäische Teams klassierten sich unter den vielen asiatischen Teams besser als wir.

Dem Grundgedanken der WRO, junge Menschen völkerverbindend zusammenzubringen, um anspruchsvolle Aufgaben konstruktiv und softwaretechnisch zu lösen, wurde voll und ganz entsprochen. Mit wertvollen Erfahrungen, neuen Ideen, gereiften Persönlichkeiten und dem Bewusstsein, was zu tun ist, um auf Weltniveau zu bestehen, kehrten wir zurück in die Schweiz. Nach der WRO ist schliesslich vor der WRO.

Das KZO-Team wurde im Vorfeld vom Tages-Anzeiger besucht. Wer die erfolgreiche Mannschaft näher kennenlernen möchte, findet unter folgendem Link einen Bericht und ein Video.