Textildesign mit Siebdruck

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Von: Willemse Ella
Betreuung: Elena Benzoni
Schule: LG Rämibühl

Für ihre Maturitätsarbeit hat Ella Willemse grafische Muster entworfen, um diese mit Siebdruck auf Stoff zu drucken. Über viele Entwicklungsschritte hinweg führte sie ihr Projekt zu einem Endprodukt, bestehend aus bedruckten Stoffbahnen und zehn bedruckten T-Shirts. Im Zentrum der Arbeit stehen aber nicht die Endprodukte, sondern vielmehr der technisch und gestalterisch erforderliche Prozess zu diesen Resultaten. Zuerst befasste sich Ella mit der Entwicklung von grafischen Mustern, ihre
Inspirationen hielt sie in einem Notizbuch fest. Basierend auf diesen Inspirationsquellen skizzierte sie und entwarf Proben für Muster. Eine Leitfrage, die Ella bei der Musterentwicklung beschäftigte, war speziell die Suche nach einem Rapport.
Bevor sie zum kreativen Drucken schreiten konnte, musste sich Ella Willemse mit der Technik des Siebdruckverfahrens vertraut machen, kleinere und grössere Probleme bewältigen und eine gewisse Routine entwickeln. Besonders Probleme mit der Farbqualität machten ihr zu schaffen und forderten eine Lösung.
Während die Autorin diesen Schwierigkeiten nachging, entstanden auch schon die ersten wirklichen Proben mit Farbe auf Stoff. Darauf folgte eine Phase, in der sie mit ihren Mustern experimentierte. Dadurch entdeckte sie interessante Effekte, die sie später in ihren weiteren Drucken bewusst einsetzte.
Schlussendlich bedruckte Ella Willemse Stoffbahnen, die weiterverarbeitet werden könnten, mit einem Rapport zu einem flächigen Muster. Dazu entstanden noch zehn bedruckte T-Shirts, bei denen vor allem die ausgeklügelte Positionierung der Musterausschnitte (Rapporte) auf den bereits genähten T-Shirts eine Rolle spielte.


Chemarium – Entwicklung eines Gesellschaftsspiels zum Thema Chemie

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Von: Weiss Marike
Betreuung: Graziella Pedrazzi Amann
Schule: Kantonsschule Wiedikon

Im Rahmen ihrer Maturitätsarbeit hat Marike Weiss mit «Chemarium» (der Name leitet sich von Chemie, Marike und der bei chemischen Elementen häufigen Endung -ium ab), ein innovatives Gesellschaftsspiel zum Thema Chemie entwickelt. Es ist nicht als reines Lernspiel konzipiert, sondern als kooperatives Gesellschaftsspiel, bei dem die Spieler – es ist ab 14 Jahren
geeignet – in erster Linie Spass in einer anderen Welt haben sollten. So reisen die Spieler vom Jahr 4055 zurück ins Jahr 1900, um sich verlorenes Wissen anzueignen, das ihnen erlauben soll, gegen die künstliche Intelligenz zu bestehen, die die ganze Menschheit kontrolliert. Die Immersion in diese Spielidee wird durch das wunderschön bemalte Spielbrett aus Holz und die Möblierung mit Biedermeiermöbeln unterstützt. Um ihr Ziel zu erreichen, hat sich Marike intensiv mit allen Facetten der
«Spielewelt» auseinandergesetzt. Sie hat viel über Spieltheorien gelesen, viele Spiele ausprobiert, und immer wieder das Gespräch mit Experten gesucht. Dies hat – wie die vielen gespielten Testrunden – zu ständiger Weiterentwicklung ihres ursprünglichen Konzepts geführt. Für das «Chemie-Lernen» mussten zusätzlich die chemischen Themen sorgfältig ausgewählt
und deren Inhalt reduziert werden, da das Spiel kein Vorwissen
voraussetzt und das Wissen auf den Karten in beliebiger Reihenfolge erworben und abgefragt werden kann.
Nicht zuletzt wurden die Anleitung, das Spielbrett und die zahlreichen Hilfsmittel entwickelt und höchst liebevoll und auf einem sehr hohen künstlerischen und handwerklichen Niveau umgesetzt. In dieser Arbeit, die auch höchst ansprechend und umfassend dokumentiert ist, ist nichts dem Zufall überlassen. Alles ist stimmig, durchdacht, durch und durch analysiert
und erprobt.


Faszination Symmetrie – den 17 Symmetriegruppen auf der Spur

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Von: Weidmann Laura
Betreuung: Verena Tobler
Schule: Kantonsschule Rychenberg

Ab dem 19. Jahrhundert wurde die Thur, sowie diverse andere Fliessgewässer in der Schweiz, begradigt. Diese baulichen Massnahmen wirkten sich aber sehr schnell negativ auf die Biodiversität in und entlang der Thur aus. Heute liegt es im Interesse der Schweizer Gewässerschutzpolitik, diese Gewässer zu revitalisieren und in ihren naturnahen Zustand zurückzuversetzen.
In seiner Arbeit untersucht Adrian Weidmann, wie bauliche Massnahmen die Wasserqualität sowie die morphologischen Bedingungen an der Thur und die im Wasser lebenden Organismen beeinflussen. Um dieses Ziel zu erreichen, untersuchte und verglich er eine begradigte Strecke sowie eine renaturierte, das heisst in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzte
Strecke der Thur auf das Vorhandensein des Bioindikators Makrozoobenthos. Dazu sammelte er den Bioindikator durch zwei verschiedene Methoden ein und wertete das Ergebnis aus. Die erste Methode beinhaltete eine qualitative Erfassung der Organismen, indem aus einer bestimmten Fläche der Thur 15 Minuten lang die Lebewesen eingesammelt wurden. Ziel dieser
Methode war es, die Diversität innerhalb des Makrozoobenthos zu vergleichen. Die zweite Methode beinhaltete eine quantitative Erfassung des Makrozoobenthos. Hier wurde in beiden Bereichen ein Siebkasten in die Strömung gestellt und das Sediment so aufgewirbelt, dass die nun freischwebenden Organismen in den Siebkasten gespült wurden. Der Fokus dieser Methode lag auf der genauen Anzahl der gefundenen Organismen. Eine qualitative sowie eine quantitative Erfassung des Makrozoobenthos
im Flusssediment hat aufgezeigt, dass im renaturierten Bereich eine höhere Anzahl sowie eine grössere Diversität dieses Indikators vorhanden ist. Aus den Ergebnissen kann man schliessen, dass sich die Renaturierung eines Flussabschnittes positiv auf die Biodiversität und die Wasserqualität auswirkt.


Makrozoobenthos – Vergleich an der Thur

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Von: Weidmann Adrian
Betreuung: Christine Walther
Schule: Kantonalen Maturitätsschule für Erwachsene

Ab dem 19. Jahrhundert wurde die Thur, sowie diverse andere Fliessgewässer in der Schweiz, begradigt. Diese baulichen Massnahmen wirkten sich aber sehr schnell negativ auf die Biodiversität in und entlang der Thur aus. Heute liegt es im Interesse der Schweizer Gewässerschutzpolitik, diese Gewässer zu revitalisieren und in ihren naturnahen Zustand zurückzuversetzen.
In seiner Arbeit untersucht Adrian Weidmann, wie bauliche Massnahmen die Wasserqualität sowie die morphologischen Bedingungen an der Thur und die im Wasser lebenden Organismen beeinflussen. Um dieses Ziel zu erreichen, untersuchte und verglich er eine begradigte Strecke sowie eine renaturierte, das heisst in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzte
Strecke der Thur auf das Vorhandensein des Bioindikators Makrozoobenthos. Dazu sammelte er den Bioindikator durch zwei verschiedene Methoden ein und wertete das Ergebnis aus. Die erste Methode beinhaltete eine qualitative Erfassung der Organismen, indem aus einer bestimmten Fläche der Thur 15 Minuten lang die Lebewesen eingesammelt wurden. Ziel dieser
Methode war es, die Diversität innerhalb des Makrozoobenthos zu vergleichen. Die zweite Methode beinhaltete eine quantitative Erfassung des Makrozoobenthos. Hier wurde in beiden Bereichen ein Siebkasten in die Strömung gestellt und das Sediment so aufgewirbelt, dass die nun freischwebenden Organismen in den Siebkasten gespült wurden. Der Fokus dieser Methode lag auf der genauen Anzahl der gefundenen Organismen. Eine qualitative sowie eine quantitative Erfassung des Makrozoobenthos
im Flusssediment hat aufgezeigt, dass im renaturierten Bereich eine höhere Anzahl sowie eine grössere Diversität dieses Indikators vorhanden ist. Aus den Ergebnissen kann man schliessen, dass sich die Renaturierung eines Flussabschnittes positiv auf die Biodiversität und die Wasserqualität auswirkt.


Die Aufnahme von Flüchtlingen: Herausforderungen und Lösungsansätze in der Gemeinde Greifensee

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Von: Venetz Severin
Betreuung: Nina Laely
Schule: Kantonsschule Uster

Die Flüchtlingsproblematik hat sich zu einer der grössten globalen Herausforderungen entwickelt. Kriege, Hungersnöte und prekäre Lebensbedingungen treiben viele Menschen aus ihren Heimatländern in die Flucht, mit der Hoffnung, insbesondere in Europa ein besseres Leben vorzufinden. Die Politik und Gesellschaft, nicht nur in Europa, sondern auch in der Schweiz,
sind täglich gefordert, adäquate Lösungen zu finden. Die Maturitätsarbeit von Severin Venetz befasst sich mit den Herausforderungen, welche die Aufnahme von Flüchtlingen in der Gemeinde Greifensee mit sich bringt. Um ein einheitliches Verständnis der zentralen Fragestellung und der Behandlung des Themas sicherzustellen, wird der Begriff des Flüchtlings wissenschaftlich
und auf das Gesetz gestützt definiert, und mit dem des Asylsuchenden verglichen. Die Ergebnisse der durchgeführten Experteninterviews mit den Verantwortlichen der Gemeinde Greifensee bilden den zentralen Teil dieser Arbeit. Anhand der Beschreibung konkreter Beispiele zeigen sich vielseitige Herausforderungen. Diese werden nach ökonomischen, gesellschaftlichen und räumlichen Aspekten näher beleuchtet. Chancen und Risiken werden skizziert sowie Lösungsansätze wie z.B. die notwendige Beschaffung von Wohncontainern oder das «Café International» vorgestellt und diskutiert. Zudem werden auch die Organisation und Aufgaben innerhalb der Gemeinde Greifensee sowie auf Kantons- und Bundesebene aufgezeigt. Zusammenfassend zeigt sich, dass für das erfolgreiche Meistern der Herausforderungen die integrativen Massnahmen entscheidend sind. Die Auswirkungen dieser Massnahmen können in Zukunft mit der aktuell beschriebenen lokal-politischen Situation verglichen werden.


Die Panne

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Von: Turel Chiara
Betreuung: Adriana Mikolaskova
Schule: MNG Rämibühl

Dieses Projekt ist eine illustrierte, interaktive Geschichte. Sie basiert auf der Erzählung von Dürrenmatt «Die Panne». Die interaktive Geschichte hat fünf selbstgestaltete alternative Enden, während sich der Rest hauptsächlich auf die ursprüngliche Geschichte bezieht, jedoch wurden teilweise Stellen adaptiert. Die Zeichnungen des daraus entstandenen Spiels wurden von Hand gezeichnet und digital eingefärbt; das ganze Projekt wurde mit
Hilfe von HTML programmiert. Die Arbeit von Chiara Turel verfolgte das Ziel, sich der Videospielproduktion zu nähern und einen ersten Eindruck von diesem Gebiet zu verschaffen. Bei der Gestaltung des Spiels wurden Szenen mit Sorgfalt bearbeitet und möglichst spannend gezeichnet. Dabei wurden die drei Hauptziele erfolgreich in die Praxis umgesetzt: alle verborgene
Konnotationen in Dürrenmatts Geschichte zu finden, die Geschichte mit Bildern zu bereichern und einfachere Bilder zu gestalten, ohne die Ästhetik einer Szene zu verlieren. Das Endprodukt war somit eine illustrierte Geschichte, die einige Wahlen und sehr viele filmische Elemente hat.


Sonnen-Kontaktlinsen – warum sind diese noch nicht marktreif?

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Von: Steigmeier Maurus
Betreuung: Dustin Hofstetter
Schule: Kantonsschule Limmattal

In der vorliegenden Arbeit werden verschiedene Aspekte zum Thema phototroper Kontaktlinsen untersucht und analysiert. Darunter versteht man Kontaktlinsen, die sich je nach Lichtverhältnissen aufhellen oder verdunkeln. Diese Fragestellung ist interessant, weil phototrope Kontaktlinsen (Sonnen-Kontaktlinsen) in vielen Situationen (zum Beispiel Winter-, Strand- und Wassersportarten) hilfreich sein könnten, zum aktuellen Zeitpunkt aber nicht auf dem Markt erhältlich sind. Mit chemischen Versuchen untersuchte Maurus Steigmeier, ob und wie gut
sich solche phototropen Kontaktlinsen herstellen lassen. Dabei wurden käufliche Standard-Kontaktlinsen in verschiedene Lösungsmittel gegeben, sodass die Kontaktlinsen aufquellen und eine Einbettung der Farbstoffe erfolgen kann. Es zeigte sich, dass es grundsätzlich möglich ist, aus einer käuflichen Kontaktlinse eine phototrope Kontaktlinse herzustellen. Voraussetzung dafür ist eine geeignete Kombination von Linse, Lösungsmittel und Farbstoff. Allerdings waren die optischen Eigenschaften noch nicht ausreichend. Für das Erreichen der Marktreife der Sonnen-Kontaktlinsen dürften weitere Arbeiten mit hohen Fallzahlen zur Produktionsreife, Tests zur Verträglichkeit in vitro und in vivo, das ganze Zulassungsprozedere für medizinische Hilfsmittel, sowie Massnahmen zur Markteinführung notwendig sein.


Magnum Opus – Ein Animationsfilm

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Von: Spitz Linn
Betreuung: Irene Ledermann
Schule: Kantonsschule Hohe Promenade

Das Ziel von Linn Spitz bestand darin, einen Animationsfilm herzustellen und das romantische Scheitern filmisch zu interpretieren. Für die Geschichte des Films liess sich die Schülerin von Thomas Bernhards Buch «Der Untergeher » inspirieren. Eine Geschichte über drei Pianisten, von denen nur einer zum gewünschten Erfolg gelangt. Das Buch spiegelt den Zynismus
des gescheiterten Künstlers mit scharfer Präzision und lebensechter Verworrenheit wider. Angesprochen von der Frustration und der Resignation der beiden erfolglosen Pianisten, entschied sich Linn für das Thema des verzweifelten Künstlers, dem sein Werk zum Verhängnis wird. Zudem sollte es sich bei diesem Künstler um einen Pianisten handeln. Die Tragödie des
isolierten Künstlers sollte im Mittelpunkt des Films stehen. Der Alptraum der Hauptperson sollte dabei Wirklichkeit werden: die Hinterlassung der Welt ohne Werk. Linns Methoden bei der Realisierung waren praktischer Art: Anschauen von inspirierenden Animationen, Lesen von Tutorials, Aneignen von 3D-Animations- und anderen nützlichen Computerprogrammen, Experimentieren und Umsetzen von Ideen, Verwerfen und anders Probieren. Ihre Entscheidung, die erlernten Fertigkeiten sofort auszuprobieren und somit zu überprüfen und immer weiter zu verbessern, zahlte sich aus und führte sie zu einem beeindruckenden Resultat. Die inhaltlichen Ebenen wurden durch die erarbeiteten technischen Fähigkeiten visuell sensibel und poetisch umgesetzt. Es gelang vorzüglich das romantische Scheitern filmisch
zu interpretieren. Insgesamt ist Magnum Opus eine sehr reife, poetische, künstlerisch eigenständige Arbeit.


Traumdeutung – Aberglaube oder Wissenschaft? Die Träume und ihre Interpretation von der Antike bis zur Moderne

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Von: Siccoli Sara
Betreuung: Ralph Fehlmann
Schule: RG Rämibühl

Die Maturitätsarbeit von Sara Siccoli behandelt das Thema Träume und Traumdeutung im Laufe der Menschheitsgeschichte von der Antike bis zur Moderne. Die Geschichte der Traumdeutung vor Freud deckt eine lange Zeitspanne ab, die vom Beginn der Menschheit über die Bronzezeit, die griechisch-römische
Antike und das Mittelalter bis zur Renaissance und Romantik reicht. Während langer Zeit wurden Träume als Botschaften der Götter betrachtet und in der Wahrsagerei eingesetzt. Nur Aristoteles versuchte damals, Träume als natürliche Phänomene zu erklären, wurde aber scharf kritisiert. Im Früh- und Hochmittelalter, unter der allgegenwärtigen Macht der katholischen Kirche,
wurden Träume als Zeichen Gottes oder des Teufels betrachtet. Im Spätmittelalter kam es aber zu einer bedeutenden Wendung in Richtung einer wissenschaftlich-objektiven Betrachtungsweise, welche die Traumdeutung ab diesem Zeitpunkt kennzeichnete. Freuds Werk «Die Traumdeutung» führte zu tiefgreifenden Änderungen der bisherigen Denkweise. Einerseits wurden Träume als Ausdruck einer versteckten Wunscherfüllung, andererseits als Tor zum Unbewussten betrachtet. Auch Jung lieferte einen wesentlichen Beitrag in der Ausweitung der Freud›schen
Theorien. Die Thesen beider Autoren als Meilensteine der Psychoanalyse führten in der Traumdeutung im Laufe des 20. Jahrhunderts zur Entwicklung zahlreicher, vielfältiger und neuer Denkrichtungen und Therapiemethoden. Das rasche Wachstum der Neurowissenschaften und der Neuropsychologie im 20. Jahrhundert erlaubte, über die Funktion des Gehirns und die Mechanismen, welche dem Schlaf und den Träumen zugrunde liegen, eine gewaltige Menge an Kenntnissen zu gewinnen. Mehrere Traumphänomene konnten dadurch auf anatomischer und physiologischer Basis erklärt werden. Zahlreiche Theorien über die biologische Funktion der Träume sind entstanden, die Meinungen der Experten sind geteilt. Wie seit Jahrtausenden werden Träume und die Traumdeutung die Menschen weiterhin faszinieren und ihre Phantasie und Neugier anregen.


Un Rêve Éveillé

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Von: Shpakova Marija
Betreuung: Harry Billeter
Schule: MNG Rämibühl

In 648 Zeichnungen hat sie die Schlüsselszenen des russischen Märchens «Baba Yaga» dargestellt. In minutiöser Kleinarbeit hat Marija Shpakova ihr kreatives Werk dokumentiert und kommentiert. In einem Journal hat sie ihre Ergebnisse auf französisch festgehalten. Die Bilder folgen der ursprünglichen Handlung des Märchens, die Autorin hat sie jedoch auf ihre individuelle Art interpretiert und dem Märchen damit neues Leben eingehaucht.
Um das zugrunde liegende Märchen «Baba Yaga» möglichst vielen Leserinnen und Lesern zugänglich zu machen, hat Marija Shpakova das Märchen in zwei Sprachversionen, in russisch und französisch, beigelegt. Der Trickfilm ist sehr gelungen, die Bewegungen erscheinen geschmeidig und natürlich. Die Bilder setzen die Geschichte verständlich um, die Animation ist einzigartig und individuell.


Qualität von Trink- und Mineralwasser im Alltag

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Von: Seiler Annika
Betreuung: Michael Widmer
Schule: Kantonsschule Rychenberg

Die heutige Trinkwasseraufbereitung und -verteilung ist streng kontrolliert und garantiert folglich Trinkwasser von bester Qualität. Darüber hinaus stehen zahlreiche Mineralwasserprodukte und Wasser von Wasserbidons zur Verfügung, um den Durst zu stillen. Doch wer die Wahl hat, hat die Qual: Welches Produkt soll ich wählen und wie muss ich es behandeln, damit ich
Wasser von hoher Qualität geniessen kann? Um dieser Frage nachzugehen, orientierte sich Annika Seiler an der Gesamtkeimzahl als Qualitätsindikator – wohl wissend, dass dieser nicht das Mass aller Dinge ist. In dieser Arbeit untersuchte Annika den Einfluss des Trinkwasser-Leitungsnetzes, der Lagerung von Wasser in PET-Flaschen, den Einfluss des Sonnenlichts und der Reinigung eines Trinkwasserbehälters auf das Wachstum von
aeroben, mesophilen Keimen bei 37°C.  Die Resultate zeigen, dass wir über einen grossen Handlungsspielraum verfügen und tatsächlich qualitativ gutes Wasser geniessen können, wenn wir ein paar Regeln beachten. Die Autorin hat für sich persönlich die folgenden sechs «goldenen» Regeln abgeleitet. Sie beruhen auf rund 150 mikrobiologischen
Untersuchungen.
1.    In erster Linie geniesse ich das qualitativ einwandfreie Trinkwasser ab Hahn, das mir meine Wasserversorgung liefert.
2.    Vor dem Trinkwasserkonsum ab Hahn lasse ich das Wasser bis zur Temperaturkonstanz vorlaufen.
3.    Wasser ab Wasserspendern meide ich. Da die Qualität des Trinkwassers ab Hahn einwandfrei ist, benötige ich auch kein aufbereitetes Wasser.
4.    Mineralwasser mit Kohlensäure ziehe ich dem stillen Mineralwasser vor.
5.    Für unterwegs verwende ich Trinkwasser aus einer PET-Flasche, die ich mindestens einmal täglich mit kaltem Trinkwasser gut spüle.
6.    PET-Flaschen mit Drehverschlüssen ziehe ich Trinkwasserflaschen mit komplizierten Verschlüssen vor.


So spricht das Monster – Eine musikalische und szenische Gedichtinterpretation

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Von: Schmitz Luna
Betreuung: Dieter Hool
Schule: Kantonsschule Stadelhofen

Das Licht geht aus, im Publikum wird es still. Eine junge Frau betritt die Bühne und trägt ein Gedicht vor. Danach verschwindet sie wieder, und an ihrer Stelle erscheint die Klarinettistin. Sie beginnt mit einem langsamen Solo, worauf nach und nach die Geige, das Cello, der Kontrabass und das Klavier einsetzen. Die Musikerinnen stehen auf einer erhöhten Bühne. Vor ihnen haben sich mittlerweile Gestalten eingefunden. Ihre Gesichter sind
verdeckt, und sie scheinen etwas zu suchen, während sie sich still zur Musik bewegen. So begann die Aufführung der Maturitätsarbeit von Luna Schmitz «So spricht das Monster». Musik wie auch Poesie sind Begriffe, welche die Autorin täglich begleiten und interessieren, inspirieren. Deshalb wollte sie sie genauer untersuchen und miteinander verbinden. Inwiefern verändern sich meine Wahrnehmung, meine Gefühle und Gedanken
in Bezug auf ein Gedicht im Prozess meiner musikalischen und szenischen Auseinandersetzung damit? Das war die Frage, die Luna über die Zeit hinweg begleitete. Innerhalb der Gedichte fokussierte sie sich auf neue Schwerpunkte, entstanden durch ihre Kompositionen. Diese fanden ihren Anfang in der Improvisation und konnten sich daraus weiterentwickeln. Die Bewegungsabläufe sollten die Interpretationen bildlich verstärken und
eine weitere Ebene für die Zuschauer schaffen. Zu sehen, wie andere Leute ihre Choreografien ausführen, gab der Interpretation überraschende, neue Aspekte hinzu. Durch die vertiefte Arbeit mit vier Gedichten ihrer Wahl ist eine persönliche und präzise, Lunas eigene Version der Gedichte entstanden.


Perpetuum Acceleratio – Eine Orchesterkomposition über die Beschleunigung des Menschen

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Von: Schmitt Samuel Alois
Betreuung: Christian Bielefeldt
Schule: Atelierschule Zürich

Vor einigen Jahrtausenden noch kam der Mensch nur so schnell voran, wie seine Beine ihn trugen. Mit der Zeit aber begann er sich Fortbewegungsmittel zu bauen, mit denen seine Bewegungen immer schneller wurden. Bis heute prägt eine «ewige Beschleunigung» die Geschichte der Fortbewegungsmittel.
Samuel Schmitts besonderes Interesse gilt der künstlerischen
Transformation realer äusserer Phänomene in Musik. Beschleunigung und Geschwindigkeit an sich und die dabei sich ständig verändernden Zustände faszinieren ihn. So hat er versucht, auf der Grundlage dieser Elemente zu komponieren. Samuel hat dazu im Rahmen seiner praktischen Maturitätsarbeit fünf Fortbewegungsmittel ausgewählt und in Form von fünf Sätzen
einer Suite, genannt Perpetuum Acceleratio (ewige Beschleunigung), in die Form einer Orchesterkomposition gebracht. Im theoretischen Teil seiner Maturitätsarbeit hat der Autor sich mit den Hintergründen der einzelnen Fortbewegungsmittel auseinandergesetzt, soweit sie für seine Musik eine Relevanz haben. An den Präsentationen der Abschlussarbeiten hat das Schulorchester seine Komposition aufgeführt, er selber hat dabei dirigiert.


Das Abenteuer Leben – Sechs Zeitzeugen erzählen

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Von: Scheidt Selina
Betreuung: Beat Brunner
Schule: Kantonsschule Zürcher Unterland

Im Rahmen ihrer Maturitätsarbeit hat Selina Scheidt ein Buch geschrieben, welches Geschichten aus der Kindheit und Jugendzeit von sechs verschiedenen Personen über achtzig sowie Anekdoten aus ihrem Alltag enthält. Sie konzentrierte sich dabei auf die Zeit zwischen 1920 und 1960, die von vielen sozialen, gesellschaftlichen, kulturellen sowie technischen Veränderungen
geprägt war. Ihr Ziel war es, die Sichtweisen unterschiedlichster
Personen auf die Geschichte darzustellen und der Frage nachzugehen, wie sie persönlich wichtige Ereignisse und Entwicklungen, wie den Zweiten Weltkrieg, die Nachkriegszeit oder die Veränderung der Rolle der Frau, erlebt haben. Selina Scheidt war es ein Anliegen, das wertvolle Wissen der Zeitzeugen zu bewahren und festzuhalten, damit es auch für die nächsten Generationen erhalten bleibt. Sie wählte drei männliche und drei weibliche Personen mit unterschiedlichen Berufen und Wohnorten, damit sie Gemeinsamkeiten und Unterschiede in Leben und Alltag gut herausheben konnte. In Gesprächen, in denen Selina Scheidt die Personen nach der Methode Oral History grösstenteils frei sprechen liess, trug sie Informationen über ihr Leben zusammen. Zusätzlich fertigte sie Porträtfotografien an und bat die Personen, ihr Bilder von früher zu zeigen, aus denen sie dann eine Auswahl zusammenstellte, um im Buch das Erzählte veranschaulichen zu können. Nach den Gesprächen schrieb sie mithilfe ihrer Notizen und Tonaufnahmen das Manuskript ihres Buches, indem sie die Lebensgeschichten Stück für Stück zusammensetzte. Der Autorin war es wichtig, dass die Persönlichkeit und das Wesen der Personen gut in den Texten widerspiegelt wird, und so passte sie ihren Schreibstil der Erzählung der jeweiligen Person an und investierte viel Zeit, die Sätze von Mundart ins Hochdeutsche umzuwandeln und dabei eine hohe sprachliche Qualität zu erreichen. Entstanden ist ein Geschichtsbuch der besonderen Art mit einer bunten Mischung aus Gefühlen, Sachlichkeit und persönlichen Erfahrungen.


Misapplication of the Terra Nullius Principle in Australia

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Von: Saiko Anina
Betreuung: Jürg Pleiss
Schule: Gymnasium der Freien Katholischen Schulen Zürich

Terra Nullius, d.h. das «Land, das niemandem gehört», ist ein Grundsatz, der von vielen europäischen Ländern angewandt wird, um neue Regionen zu erobern. Die Unterscheidung zwischen Invasion und Besiedelung eines Landes beruht auf dem Grundsatz von Terra Nullius. Australische Aborigines haben für den Schutz ihres Landes gekämpft, seit die erste britische Flotte den neuen Kontinent vor gut 200 Jahren erreicht hat. Auch heutzutage noch geben verschiedene Aspekte der britischen
Übernahme Anlass zur kritischen Diskussion. Man denke an die viel beachteten «Mabo versus Queensland»-Fälle denken, um die Bedeutung der in dieser Maturitätsarbeit aufgeworfenen Frage zu erfassen, nämlich ob die Briten in Australien einmarschierten oder es besiedelten. Trotz der Tatsache, dass die Literatur in dieser Angelegenheit sehr begrenzt und der Öffentlichkeit kaum zugänglich ist, unternahm Anina Saiko in ihrer
Maturitätsarbeit den Versuch, die Philosophie und Ethik der Aborigines in Bezug auf Land besser zu verstehen, um so die Diskrepanz zu dem Terra-Nullius-Prinzip hervorzuheben. Ausserdem analysiert die Autorin die Inkohärenz innerhalb der britischen Anwendung ihrer eigenen Regeln. Dazu hat sie die Bedingungen und Konditionen der Siedler erforscht. Anina Saiko unterstützt in ihrer Maturitätsarbeit die Theorie, dass die Briten in Australien einmarschierten und es nicht bloss besiedelten und dass das Terra Nullius Prinzip falsch angewandt wurde.


Lebensabend – Ein Film über Wohnformen im Alter

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Von: Ramseier Lesley
Betreuung: Christoph Frei
Schule: MNG Rämibühl

«Lebensabend» ist ein Film, der verschiedene Wohnformen im Alter dokumentarisch vorstellt. Aus fünf Interviews, geführt mit Personen aus der Deutschschweiz, die alle in einer anderen Wohnform leben, gehen spannende, emotionale und lehrreiche Zitate hervor. Die folgenden Wohnformen werden beleuchtet: Das ländliche Stöckli, die Generationen-WG, das betreute Wohnen daheim, die städtische Alterssiedlung und das Altersheim.
Ferner beinhaltet der Film Aussagen zum Thema Ängste, Einsamkeit und Entbehrungen im Alter. Abgerundet wird das Ganze mit Ratschlägen an die junge Generation. Das Resultat zeigt, dass die Wahl der Wohnsituation im Alter einerseits stark vom Gesundheitszustand abhängt, andererseits aber auch von der individuellen Lebenseinstellung, der Tradition und den finanziellen Mitteln beeinflusst wird.


Mens sana in corpore sano – Chirurgie in der Antike

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Von: Patt Tabea
Betreuung: Barbara Suter
Schule: Kantonsschule Hohe Promenade

Ausgehend von ihrem Wunsch, Chirurgin zu werden, fragte sich Tabea Patt, wie es mit der Medizin, vor allem der Chirurgie, in der Antike stand, was man vom menschlichen Körper und seiner Funktion wusste, wie man Krankheiten und Verletzungen behandelte und ob die vielen lateinischen und griechischen Fachausdrücke in der Medizin aus der Antike stammen.
Tabea Patt las sich ein in die der antiken Medizin zugrundeliegenden Theorien und Vorstellungen und wandte sich dann medizinischen Texten zu. Speziell beschäftigte sie sich mit dem Werk «De medicina» von Celsus. Weil ihr die existierende Übersetzung ins Deutsche zu ungenau war, übersetzte sie grosse Teile selbst. Auch Textstellen anderer Autoren las sie im Original
und übersetzte sie. Sie verglich antike Vorgehensweisen mit modernen. Es gelang ihr sogar, einer Operation (laparoskopische Hysterektomie) beiwohnen zu dürfen. Tabea Patt stellte fest, dass in manchen Bereichen grosse Unterschiede zwischen
damals und heute bestehen (Kenntnis der Organfunktionen, Hygiene, Anästhesie), andererseits die heute verwendeten Ausdrücke aus der Antike stammen, manche Instrumente (z.B. Skalpelle) und Vorgehensweisen unverändert sind, bis hin zur Lagerung der Patientin für die Hysterektomie.


Mit Überlebenshilfe aus der Sackgasse – Die Drogenpolitik des Zürcher Stadtrats von 1989 bis 1995

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Von: Peter Laura
Betreuung: Jürg Pleiss
Schule: Kantonsschule Küsnacht

Ende der achtziger Jahre befand sich der Zürcher Stadtrat mit seiner Drogenpolitik in einer Sackgasse. Die offene Drogenszene am Platzspitz in Gehdistanz zum Hauptbahnhof zog täglich Tausende von Drogenkonsumenten aus nah und fern an. Der Platzspitz wurde zu einem Ort des grenzenlosen Elends, und der Gesundheitszustand der Süchtigen verschlechterte sich gegen Ende der 1980er Jahre massiv. 1985 war bereits jeder zweite Drogenkonsument HIV-positiv. Der Handlungsdruck auf den Stadtrat stieg. Grundlage seiner Drogenpolitik war damals das sogenannte 3-Säulen-Modell, das 1975 mit der Revision des Betäubungsmittelgesetzes verabschiedet worden war. Es beruhte auf der Prävention, der Therapie und der Repression. Die menschlichen Dramen, die sich mitten in Zürich abspielten, machten aber deutlich, dass dieses Modell an Grenzen stiess und der Handlungsspielraum erweitert werden musste. Zwischen 1989 und 1995 gelang es dem Stadtrat, die Drogenpolitik auf ein
neues Fundament zu stellen. Die Maturitätsarbeit von Laura Peter geht der Frage nach, welches die Gründe für die drogenpolitische Kurskorrektur des Zürcher Stadtrats während des untersuchten Zeitraumes waren und wie sich diese vollzog. Sie beleuchtet detailliert den Entscheidungsprozess rund um
den Aufbau der 4. Säule: der Überlebenshilfe. Mit der 4. Säule wollte man das Überleben der Drogenkonsumenten sicherstellen, den Schutz vor der Ansteckung mit dem HI-Virus verbessern, Gesundheitsschäden eindämmen und ihnen eine höhere Lebensqualität ermöglichen. Mit dem Aufbau eines breiten
Angebots an Überlebenshilfe fand der Stadtrat den Weg aus der Sackgasse. Er konnte die offene Drogenszene im Februar 1995 definitiv schliessen. Über die Auswertung der Primärquellen aus dem Stadtarchiv hinaus wurden Interviews mit ausgewählten Zeitzeugen (alt SP Stadtrat Robert Neukomm, alt FDP Gemeinderat Urs Lauffer, Dr. André Seidenberg) geführt, um die Ergebnisse
aus den Quellen einzuordnen und Lücken in den Primärquellen zu diskutieren. Eine Gesamtdarstellung des Entscheidungsprozesses in der Drogenpolitik des Zürcher Stadtrats von 1989 bis 1995 ist wissenschaftliches Neuland.


Dulcimer Ex Machina

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Von: Oeschger Quirin
Betreuung: Urs Pfister
Schule: Kantonsschule Rychenberg

Abseits von harmonischer Volksmusik schraubt Quirin Oeschger seinem Appenzeller Hackbrett (engl. hammered dulcimer) eine elektronische Montur auf. Dutzende elektromechanische Hämmerchen lassen auf den 135 Saiten des traditionsreichen Instruments neue Töne erklingen und erlauben das gemeinsame Musizieren von Mensch und Maschine. Im ersten Teil der Arbeit werden anfangs das Appenzeller Hackbrett vorgestellt und die Pläne seiner Transformation erläutert. Umfassende Neuentwicklungen verschiedenster Hackbrettspieler und -bauer haben das
Hackbrett einem stetigen Wandel unterzogen: beispielsweise  konstruktionstechnische Verbesserungen des Klangkörpers, eine vom Marimbaphon adaptierte 4-Stick-Spieltechnik oder die musikalische Auslotung des Hard Rock und Heavy Metal für Hackbrett. Das Konzept Dulcimer Ex Machina führt ein ursprüngliches Begleitinstrument der Volksmusik ins digitale Zeitalter. Der Mensch begibt sich in die Welt der Pattern-basierten und
seriellen Musik mit dem Hackbrett. Der zweite Teil führt in die Themengebiete Elektronik und Informatik und zeigt zwischen den Programmcode-Zeilen mit Elektromagnetismus, Mikrocontroller und MOSFET die Funktionsweise der Konstruktion auf.
Quirin Oeschger zeigt im letzten Teil seiner Arbeit eine Auswahl verschiedenster musikalischer Ansätze für die Synthese von Mensch und Maschine zum Duett und erläutert deren Vorzüge und Grenzen. Text und Bilder münden in Hörbeispiele, die einen lebendigen Gesamteindruck hinterlassen.


Geobotanische Kartierung der Flechtenvegetation am Osthang des Uetlibergs bei Leimbach

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Von: Odermatt Leila
Betreuung: Sereina Stauffer
Schule: Kantonsschule Wiedikon

Flechten werden seit langem als Bioindikatoren für bestimmte Umweltfaktoren, insbesondere der Luftqualität, genutzt. Ausgehend von Kartierungsarbeiten aus den Jahren 1936 und 1976 in Zürich, hat Leila Odermatt die Zusammensetzung und Verbreitung der Flechtenvegetation am Osthang des Uetlibergs dokumentiert. Wie hat sich die Flechtenvegetation in den letzten achtzig Jahren verändert? Und welche Zusammenhänge gibt es zwischen Artzusammensetzung und ökologischen Bedingungen?
Um diese Fragen zu beantworten, hat Leila Odermatt im Sommer 2016 am Osthang des Uetlibergs die Flechtenvegetation an 85 Bäumen kartiert. Die Erfassung der Standorte mit GPS und die Verarbeitung und Datenverknüpfung mit Zeigerwerten
der einzelnen Arten ermöglichten eine gezielte Analyse der Verbreitung der einzelnen Flechtenarten in einem Kartenzeichnungsprogramm. Da man Flechten üblicherweise nach Wuchsformen unterscheidet, wurde auch in dieser Arbeit zwischen
staubigen Krusten, Rillenflechten, Krustenflechten, Blattflechten und Strauchflechten differenziert. Für jede Wuchsform konnte ein charakteristisches Verbreitungsgebiet beobachtet werden. Während die staubigen Krusten im Waldesinnern am häufigsten vorkommen, dominieren die Rillenflechten an schattigen Stämmen des Waldrandes. Die Krustenflechten sind an besonnten Bäumen der Waldränder und Waldlichtungen zu finden und die Blattflechten an noch lichtreicheren Standorten im Wohngebiet.
In Verbreitungsgebieten des Blattflechtentyps wurden auffallend viele Bäume mit nährstoffliebenden Flechten gefunden. An diesen Bäumen konnten meist mehr als drei Flechtenarten nachgewiesen werden. Grund für solche artenreiche
Flechtenbestände in der Nähe von Strassen, Häusern und landwirtschaftlich genutzten Gebieten sind vermutlich eutrophierende Luftschadstoffe, wie Stickoxide. Eine weitere interessante Beobachtung wurde im Vergleich mit einer Bestandesaufnahme
von 1936 gemacht. Während das Gebiet der Falletsche vor 80 Jahren noch flechtenlos war, wachsen dort heute Krusten- und Blattflechten. Darunter sind zwei Flechtenarten zu finden, die sonst nur in den Alpen und im Jura verbreitet sind.


Wie geht es meiner Psyche?

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Von: Nussli Emanuel
Betreuung: Christina Rüdiger
Schule: Kantonsschule Büelrain

Inwiefern kann die individualpsychologische Theorie nach Alfred Adler die psychischen Zustände des Menschen erklären? So lautete die Fragestellung, der Emanuel Nussli in seiner Maturitätsarbeit nachging. Im Vordergrund der Arbeit stand stets seine Motivation, die menschliche Psyche kennenzulernen.
Er erhoffte sich so, dadurch Emotionen besser einordnen, Verhaltensmuster korrekt erfassen und die Ursprünge psychischer Stabilität ergründen zu können. Nach eingehendem Studium der Theorien Alfred Adlers, des Begründers der Individualpsychologie, entschied sich Emanuel Nussli, eine Broschüre zu
verfassen. In der Broschüre thematisierte er die individualpsychologische Theorie betreffend psychischer Gesundheit und psychischer Störungen. Er setzte sich zum Ziel, eine breit gefächerte Leserschaft anzusprechen. Formal und gestalterisch hat Emanuel Nussli sich um eine moderne und leserfreundliche Sprache sowie ein ansprechendes Layout mit farblichen
Kontrasten bemüht. Selbst verfasste fiktive Fallbeispiele und dazu passende Fotografien lockern dicht angeordnete Theorieteile inhaltlich auf und fördern das Verständnis der Psyche durch praxisnahe Erläuterung der Theorie. So erklärt der Verfasser zunächst, was die Individualpsychologie zu innerpsychischen Befindlichkeiten ganz grundsätzlich zu sagen hat. Anschliessend gibt er exemplarisch Einblick in die Entstehung einiger weniger psychischer Störungen (Angst, Zwang, Schizophrenie) und rundet seine Ausführungen mit Möglichkeiten der Prävention ab.


Einfluss von Mikroplastik auf den Wasserfloh Daphnia magna

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Von: Natsch Nelly
Betreuung: Isabelle Baumgartner
Schule: Kantonsschule Küsnacht

Mikroplastik in natürlichen Gewässern stellt zunehmend ein Umweltproblem dar, ist allerdings noch zu wenig erforscht. Anhand von aufwändigen Laborexperimenten wurden Interaktionen zwischen Mikroplastik und dem Wasserfloh Daphnia magna, einem zu den Krebstieren gehörenden Vertreter des Zooplanktons, untersucht. Als Futter der Daphnien dienten einzellige Algen, deren Konzentration mittels einer Neubauer Zählkammer unter dem Lichtmikroskop und eines Fluorometers bestimmt und auf der Grundlage englischsprachiger Journals in umfangreichen Vorversuchen getestet und für die Versuche angepasst
wurden. Mittels Fluoreszenzmikroskop wurden von den Daphnien aufgenommener Mikroplastik und Algen in eindrücklichen Bildaufnahmen dargestellt. Für alle Schritte sind technische und biologische Wiederholungen sowie Kontrollen im Versuchsdesign berücksichtigt. Die beiden Versuche haben eindeutig gezeigt, dass Daphnien Mikroplastik aufnehmen. Die Aufnahmeraten der einzelnen Daphnien haben eine hohe Variabilität. Daphnien sind relativ unselektiv in ihrer Nahrungsaufnahme,
sie nehmen neben Algen auch Mikroplastik auf und sind damit anfälliger für durch Mikroplastik ausgelöste toxische Effekte. Aufgrund der vorliegenden Daten der Laborexperimente ist eine abschliessende und eindeutige Aussage über die Auswirkungen von Mikroplastik auf Zooplankton (noch) nicht möglich – doch Forscher warnen, dass ein beachtliches Risiko für Lebewesen und Ökosystem besteht.


Bitcoin: Alles nur Spekulation?

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Von: Morgenroth Alexander
Betreuung: Georg Gross Fontana
Schule: Kantonsschule Uster

Alexander Morgenroth hat in seiner Maturitätsarbeit die Funktionsweise der digitalen Währung «Bitcoin» leicht verständlich erläutert, ohne dass die fachliche Korrektheit darunter gelitten hat. Er verglich die Eigenschaften von Bitcoin mit anderen Währungen und herkömmlichen Wertanlagemitteln wie Gold oder Aktien, um Bitcoin in das Spektrum der Wertanlagemittel einzuordnen. Er fand durch statistische Analysen heraus, dass Bitcoin sich nicht wie eine Währung verhält, obwohl Bitcoin häufig als
Krypto-Währung bezeichnet wird. Alexander Morgenroth entnahm der Fachliteratur eine häufig benutzte Methode der Zeitreihenanalyse beziehungsweise der Kursanalyse und entwickelte sie für seine Arbeit weiter. Seine neuartige Methodik beruht
auf der Zerlegung des Bitcoin-Kurses in verschiedene Dynamiken: einen langfristigen Trend, einen Spekulationsblasen-Anteil sowie eine zufällige Dynamik ohne Trend. Diese Dynamiken konnten einzeln statistisch untersucht werden und wurden mit den Dynamiken anderer Wertanlagemittel verglichen.
Alexander konnte dem Bitcoinkurs verschiedene, statistisch signifikante Ergebnisse entnehmen, die ohne die neue Methode der Separation des Spekulationsanteils nicht im gleichen Masse sichtbar oder beweisbar waren. Er stellte fest, dass das Verhalten des Bitcoinkurs heute am ehesten mit dem von Aktienkursen zu vergleichen ist. Da der längerfristige Aufwärtstrend abflacht, scheint sich der Bitcoinkurs zunehmend wie eine Währung zu verhalten.


Inwiefern sind gängige Bauchmuskelübungen aus physiologischer Sicht gesundheitsfördernd?

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Von: Mingot Flavien
Betreuung: Silvan Fagagnini
Schule: LG Rämibühl

Die Arbeit setzt sich mit den Auswirkungen der üblichen Bauchmuskelübungen auf die Gesundheit auseinander. Lassen sich die gängigen Bauchpressübungen aufgrund neuer biomechanischer Kenntnisse rechtfertigen? Und was ist mit den Risiken dieser Übungen für die Gesundheit? Werden sie nicht systematisch unterschätzt? Die Schlussfolgerung bezüglich dieser Fragestellungen ist, dass der vermeintliche Nutzen des Aufbaus der geraden Bauchmuskeln (gut ersichtlich bei einem sogenannten Waschbrettbauch) aus therapeutischer Sicht insbesondere in Bezug auf die Körperhaltung zu bezweifeln ist. Die gesundheitlichen Risiken solcher Übungen werden kaum wahrgenommen, obwohl sie insbesondere für Frauen bedeutend sind. Wegen des erzeugten Überdrucks im Bauchraum erhöht sich bei Frauen
das Risiko der Inkontinenz und/oder einer Senkung der inneren Organe (Blase, Gebärmutter und Darm). Solche Beeinträchtigungen können unter Umständen zu einem schwerwiegenden Verlust der Lebensqualität führen. Auch die Männer sind von der Problematik betroffen, jedoch in geringerem Ausmass.
Unter diesen Umständen ist es wichtig, dass Alternativübungen angeboten werden, welche die inneren Organe schonen. Um das Potential der Verringerung des Drucks im Bauchraum durch ei ne Anpassung der Bauchmuskelübungen zu belegen, wurde bei ausgewählten Bauchmuskelübungen aus dem Pilates-Programm ein Vergleich mit Ersatzübungen vorgenommen. Konkret wurde der im Bauchraum erzeugte Druck der jeweiligen Übungen
gemessen. Dieses Experiment zeigt, dass der Druck signifikant sinkt, wenn die Bauchmuskelübungen nach den durch Dr. Bernadette De Gasquet festgelegten Grundsätzen angepasst werden..


Bakterien in der S-Bahn: Von Pendlern auf Tischen, Armlehnen und Knöpfen zurückgelassene
Bakterien – objektiv krankheitserregend oder nur subjektiv ekelerregend?

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Von: Lengauer Charlotte
Betreuung: Alex Dübendorfer
Schule: Kantonsschule Hottingen

Ausgehend von der Annahme, dass man in der S5 und S15 die Berührung von Türknöpfen, Armlehnen und Tischen besser vermeiden würde, wurde an fünf verschiedenen Tagen, aber jeweils am selben Ort im Zug eine Untersuchung dieser Objekte auf bakteriellen Befall mittels Probenentnahme und Laborarbeit an der Universität Zürich durchgeführt. Die Fragestellung war, ob es in der S5 und der S15 eine verstärkte Bakterienverschmutzung
gibt und ob diese eventuell gesundheitsschädigend sein könnte. Die Autorin wertete die Resultate aus und recherchierte über die gefundenen Bakterienarten. Mit Hilfe der SBB konnte sie auch einen Einblick ins Reinigungsverfahren gewinnen.
Die Untersuchung ergab, dass die Benutzung der S-Bahnen zwischen Bubikon und Wetzikon an den Tagen der Probenentnahme hinsichtlich des Bakterienbefalls gesundheitlich unbedenklich war, sofern keine Anfälligkeit auf gewisse Krankheiten bestand. Gefunden wurden hauptsächlich Bakterien, die zur normalen Hautflora des Menschen gehören und somit unmöglich von öffentlichen Verkehrsmitteln wegzubringen sind. Es wurden nur fünf (als krankheitserregend geltende) gramnegative Bakterien gefunden, was im Verhältnis zu den gefundenen grampositiven Arten eine Minderheit darstellt. Die Entwarnung für Bakterien muss aber nicht auch eine Entwarnung für einen Virenbefall bedeuten, und die Erkenntnisse bezüglich der S5 und der S15 müssen nicht zwingend für andere Züge in der Schweiz oder gar im Ausland gelten.


Degen, Hut und Epauletten – Die Geschichte des Duells anhand des Zweikampfes zwischen
den Nationalräten Benz und Luvini

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Von: Läuchli Flurin
Betreuung: Olivia Batchelor-Travé
Schule: Kantonsschule im Lee

Im Rahmen seiner Maturitätsarbeit setzte sich Flurin Läuchli mit dem Duell zwischen den zwei Schweizer Nationalräten Giacomo Luvini und Rudolf Benz im November 1848 auseinander. Er hatte zum Ziel, «ein anschauliches Bild dieser aus heutiger Sicht sehr bizarren Institution zu erschaffen» und im Rahmen dieses Bildes das doch ungewöhnlich anmutende Duell zwischen
zwei Schweizer Nationalräten fassbar zu machen. Dazu musste er sich generelles Wissen über die Tradition des Duellierens im
18. und 19. Jahrhundert aneignen. Er analysiert ein Duell-Handbuch und stellt dem Leser das so genannte «Ehrenduell» vor. Er konzentriert sich auf das mit Säbeln durchgeführte Duell, da Luvini und Benz ihr Duell mit Säbeln ausgefochten haben.
Das Duell wird im Rahmen der verschiedenen «Etappen » in einem Duell betrachtet: Beleidigung, Aufforderung, Rolle der Zeugen und eigentlicher Zweikampf. Jedes Element wird mit dem Duell zwischen Luvini und Benz in Verbindung gebracht. Hier verwendet Flurin Läuchli zusätzliche Quellen, wobei er sich mit der schwierigen Quellenlage zu diesem spezifischen Duell
auseinandersetzen muss. Warum die Quellenlage schwierig ist, begründet er mit dem gesetzlichen Verbot einer Durchführung von Duellen in der Schweiz. Nebst der Verknüpfung von Handbuch und Luvini-Benz-Duell äussert sich der Autor auch stets als eigenständiger Forscher zu den einzelnen Aspekten. In einem weiteren Kapitel setzt er sich auch mit zwei verschiedenen Erklärungsversuchen aus der Forschung, dem Duell als einer
Form von Ehrenkult und mit einem ökonomischen Ansatz auseinander. Auch hier denkt Flurin Läuchli selbständig und zeigt sich als Forscher. Herausgekommen ist eine spannende und eigenständige Darstellung der «bizarren Institution» des Duells.


Tsunamiwellen in der Schweiz

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Von: Köppen Sabine
Betreuung: Nicolas Bain
Schule: Kantonsschule Zürich Nord

Tsunamiwellen in unserem Land? Unvorstellbar, aber eine Tatsache. Die bekannten riesigen Tsunamiwellen in den Ozeanen entstehen durch starke Erschütterungen des Seebodens. Auch in der Schweiz beobachtet man seit einigen Jahrhunderten grosse Tsunamiwellen in den Seen, die man in der Fachsprache auch felsmaterialinduzierte Impulswellen nennt. Dabei gab
es in der Vergangenheit jeweils grosse Zerstörungen, und es kamen viele Menschen zu Tode. Die Naturgefahr lauert heutzutage am häufigsten in Seen, die von steilen und instabilen Felswänden umgeben werden. Welche Auswirkungen die Tsunamiwellen für die Regionen und Bewohner haben, untersucht die Arbeit
von Sabine Köppen an zwei exemplarischen Beispielen, am Lauerzersee und am Vierwaldstättersee. Um eine konkrete Situationseinschätzung der Gefahr vorzunehmen, führte die Autorin für die Abschätzungen der Impulswellen Parameterbestimmungen vor Ort durch. Dabei stellte sich heraus, dass die Impulswellen eine durchaus ernste Gefahr für diese Regionen darstellen. Die Wellen auf den Seen in der Untersuchung von Sabine Köppen messen zwischen 7 und 10 Metern, die sich mit einer Geschwindigkeit von bis zu 120 km/h auf dem See ausbreiten. Ein fehlendes Warnsystem bei solchen Naturgefahren lässt Menschen keine Möglichkeit, rechtzeitig zu flüchten. Die Gefahr ist vielerorts noch unbekannt und für Menschen teilweise auch
unvorstellbar, jedoch ist sie eine versteckte Naturgefahr. Im Weiteren setzte sich die Autorin mit den Ursachen, Folgewirkungen
und Schutzmassnahmen als Lösungsvorschlag der felsmaterialinduzierten Impulswellengefahr auseinander.


Lucifer – Wie würde ein Spiel ausschauen, das seine Geschichte nur mittels Gameplay erzählt?

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Von: Koller Ivo
Betreuung: Eva Whitty
Schule: Liceo Artistico

Videospiele, die von sogenannten «AAA»-Studios produziert werden, nutzen oft filmähnliche Zwischensequenzen, um ihre Geschichte zu erzählen. Da die Geschichte und deren Erzählung vorbestimmt ist, kommt es oft zu einer Diskrepanz zwischen der von den Autoren beabsichtigten Narrative und dem eigentlichen Gameplay, was der Grund für einen Immersionsbruch sein kann. Mit diesem Projekt wollte Ivo Koller diese Denkweise umkehren. Er versuchte, ein Videospiel zu erstellen, das seine Geschichte nur mit Gameplay erzählt. Die Spielmechaniken, die Gestaltung der virtuellen Welt, die Hintergrundmusik etc. sollten ein kohärentes System schaffen, welches, durch die Interaktion mit dem Spieler, eine ununterbrochene Narration kreiert. Nachdem der Autor mehrere Game-Prototypen erstellt, eine eigene Game Engine entwickelt und die Programmiersprache C++ gelernt hatte, entwickelte er das 2D side-scrolling puzzle Game «Lucifer». Lucifer erzählt eine freie Adaption von Andrei Tarkovskys «Nostalghia» mittels Gameplay, welches mit weiteren Ideen und Nebenhandlungen bereichert wird. Das Forschungsergebnis von Ivo Koller ergibt, dass es sehr gut möglich ist, eine Geschichte alleine mit Gameplay zu erzählen. Es ist jedoch erforderlich, dass der Spieler aufmerksam ist und versucht, die erlebten Inhalte selbst zu interpretieren und zu verarbeiten. Aus diesem Grund prognostiziert Ivo Koller, dass für den durchschnittlichen Konsumenten diese Form der Erzählung eher unzugänglich bleibt – jedoch ein entscheidender Faktor ist, um eine glaubhafte, in sich stimmige, virtuelle Welt zu erschaffen.


«Modern Times» on Drums – Stummfilmmusik
Komposition für Schlagzeug und Perkussion

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Von: Kienast Lino
Betreuung: Andreas Widmer
Schule: Kantonsschule Zürich Nord

Charlie Chaplins Schauspiel ist eines der eindrucksvollsten Kunstwerke der Stummfilm-Ära. Seine Mimik könnte kaum unmissverständlicher sein und half Lino Kienast beim Komponieren einer neuen und authentischen Filmmusik zu «Modern Times». Er gestaltete knapp 14 Minuten Filmmusik ausschliesslich mit dem Drum-Set und weiteren Perkussionsinstrumenten.
Seine Neuinterpretation ist nicht nur eine punktgenaue, sondern auch eine phantasiereiche akustische Bebilderung des Filmes. Dem Autor gelang es darüber hinaus, verwandte Szenen mit Hilfe von leitmotivischen Patterns miteinander zu verbinden. Der Fokus liegt auf dem Drum-Set und somit auf den rhythmischen und perkussiven Elementen. Harmonien und Tonabfolgen habe ich bewusst vermieden. Trotz dieser bewussten Beschränkung entstand eine äusserst farbige Untermalung
des komisch-tragischen Filmausschnittes. Lino Kienasts Komposition wird im schriftlichen Teil der Arbeit in eine kluge Einführung in die Filmmusik und ihre Techniken eingebettet. Eine besondere Beigabe ist die grafisch anspruchsvolle Partitur. Den direkten Bezug zum Titel liess er nicht aussen vor. So findet der aufmerksame Zuhörer Teile im Film, in denen «moderne»
Rhythmen zu hören sind.


Der vergessene Krieg – Ein novellistischer Einblick in Bangladeschs Kampf um Freiheit

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Von: Karim Jasmin
Betreuung: Fabian Probst
Schule: Kantonsschule Zürich Nord

Pakistan, 1971: Zwischen den zwei geografisch separierten Teilstaaten des Pakistanischen Reichs herrscht Krieg. Das in Ostpakistan situierte bengalische Volk lehnt sich gegen die Machtpolitik seiner diktatorischen Führerschaft auf. In einem blutigen Konflikt prallt bengalischer Patriotismus auf das eiserne Geschütz der westpakistanischen Armee. Die Konsequenz: ein
neun Monate langer Genozid, der geschätzte 3‘000‘000 Menschenleben fordert. Diejenigen, die den Terror überlebt haben, stehen vor den Trümmern ihrer Heimat und Kultur. In dieser dunklen Kriegszeit verbrachte der Vater von Jasmin Karim sein
neuntes Lebensjahr. Die von ihm geschilderten Erinnerungen an das Ereignis bewegten sie dazu, ein literarisches Andenken an den Bengalischen Unabhängigkeitskrieg zu kreieren, welches Eindrücke aus dieser Zeit und Kultur festhalten und dem Leser näherbringen können. Dabei stellte sich die Frage, wie sich anhand biografischer und historischer Recherche eine stimmungsvolle novellistische Erzählung im Kontext des Genozids verfassen lässt. In einem intensiven Arbeitsprozess wurde mit Hilfe der Novellentheorie und dem Analysieren diverser Quellentypen auf diese Leitfrage eingegangen. Durch die Vernetzung und Verstrickung des angeeigneten Informations-Konglomerats entstand das literarische Produkt namens «Die Blüte des Zerfalls». Sie widerspiegelt die Vergangenheit des Vaters der Autorin
und die Geschichte ihrer Herkunft. Die Novelle behandelt einen blutigen Fleck in der Geschichte der Menschheit und erinnert an den Krieg, den die Welt bereits wieder vergessen hat.


Bauen und Programmieren eines inversen Pendels

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Von: Isenring Pascal und Rutschmann Adrian
Betreuung: Andrea Senning
Schule: Kantonsschule Zürcher Unterland

Das inverse Pendel ist eine bekannte Aufgabe aus dem Bereich der Regelungstechnik. Dabei wird versucht, ein inverses Pendel in seiner instabilen Ruhelage zu halten, wenn es senkrecht nach oben steht. Das Ziel dieser Arbeit war, eine Apparatur zu bauen, die ein inverses Pendel regeln kann. Die dazu erforderlichen elektronischen Schaltungen wurden von Pascal Isenring und Adrian Rutschmann selbst erstellt und die Pendelbewegung
mathematisch berechnet beziehungsweise simuliert. Ein selbst geschriebenes Computerprogramm regelte die ganze Apparatur. Die Regelung erfolgte schlussendlich durch ein Python-Programm auf dem Einplatinencomputer Raspberry Pi. Der Winkel des Pendels wurde durch ein Drehpotentiometer in eine Spannung übersetzt, welche von einem AD-Wandler digitalisiert wurde. Um die Bewegung des Schlittens und diejenige des darauf
montierten inversen Pendels zu manipulieren, steuerte der Raspberry Pi mit Hilfe einer H-Brücke einen Schrittmotor an. Zur Berechnung der benötigten Schlittenbeschleunigung wurde ein PD-Regler verwendet. Die Simulation der Pendel- und Schlittenbewegung, die mit einer Excel-Tabelle durchgeführt wurde, konnte zeigen, dass der Regler zumindest theoretisch
funktionierte. Gewisse Einflüsse wie z.B. die Reibung wurden bei dieser Simulation nicht berücksichtigt. Trotzdem konnte das inverse Pendel am Schluss nie über eine längere Zeit stabil gehalten werden. Lediglich ein paar Korrekturen konnten erzielt werden. Dies könnte daran liegen, dass die Schaltungen auf Steckbrettern aufgebaut wurden oder dass die Messungenauigkeit
des Potentiometers und AD-Wandlers zu gross war. Diese
Probleme könnten behoben werden, indem man die Schaltungen lötet, beziehungsweise indem man ein genaueres, jedoch meist auch teureres Messsystem wie einen Inkrementalgeber verwendet.


Ein Mordstheater – Von der Kurzgeschichte zur Aufführung

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Von: Hegglin Lia
Betreuung: Marion Brändle
Schule: Kantonsschule Zürcher Oberland

Wie ermorde ich kaltblütig einen Menschen, ohne den Rest meines Lebens hinter Gitterstäben zu verbringen? Das war zum Glück nicht exakt die Fragestellung der Maturitätsarbeit von Lia Hegglin, aber auch in dieser wurde gemordet. Gemordet, gelogen und betrogen – und das alles auf der Bühne und im hellsten Scheinwerferlicht. Im Zeichen ihres künstlerischen Vorbildes
Agatha Christie wollte die Autorin einen sehr raffinierten Mord inszenieren. Sie entwickelte aus einer von ihr geschriebenen Kriminalkurzgeschichte ein rund fünfzig Seiten langes Drehbuch. Lia Hegglin beschränkte sich auf dreizehn Figuren und schrieb für jede einzelne Figur eine kurze Rollenbiografie. Nach der Lektüre zweier Theoriebücher über das kreative Drehbuchschreiben setzte sie sich an den Computer und inszenierte ihren ersten Mord. Sie durchforstete Youtube nach passender Musik und überlegte sich die Lichteinstellungen. Parallel zum Schreibprozess beschäftigte sie sich mit der Besetzung der dreizehn Rollen. Nach den Herbstferien stürzte sich das kleine Ensemble an den Wochenenden jeweils für acht Stunden in die Proben. Es suchte Kostüme und Requisiten, transportierte das Bühnenbild in die Aula und machte Filmaufnahmen. Um die Aula für die Mordnacht mit möglichst vielen Augenzeugen zu füllen, hat Lia Hegglin eine Website online geschaltet sowie Plakate und Flyer verteilt. Trotz reihenweise schlafloser Nächte und tränenreichen Zusammenbrüchen und vielen Selbstzweifeln verliefen beide Aufführungen wie am Schnürchen. Die Theatertruppe spielte wunderbar zusammen. Die Aula war randvoll. Die ganze Geschichte war ein Erfolg.


Politische Meinungsbildung Jugendlicher

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Von: Hediger Bettina
Betreuung: Marco Zanoli
Schule: Kantonsschule Enge

Wie funktioniert der Prozess der politischen Meinungsbildung Jugendlicher und welche Faktoren haben einen relevanten Einfluss auf diesen? In ihrer Maturitätsarbeit erforschte Bettina Hediger, wie bei Jugendlichen die politische Meinungsbildung gefördert werden kann. Um ein Verständnis für die Thematik zu entwickeln, beschäftigte sie sich zuerst mit theoretischen
Grundlagen zur politischen Sozialisation und Bildung. Das Kernstück der Arbeit bildet eine umfassende Datenerhebung, bestehend aus drei Teilgebieten: einer Zusammenstellung bestehender Angebote, Interviews mit Jungpolitikern vier verschiedener Jungparteien sowie einer eigenen Umfrage. Diese wurde an drei Stadtzürcher Gymnasien durchgeführt und umfasste über 500 Teilnehmende. Die Datenanalyse zeigte eine starke Korrelation zwischen dem politischen Interesse und dem Vorhandensein einer fundierten Meinung. Von den Jugendlichen wird eine eigene politische Meinung als sehr wichtig angesehen, auch besteht ein starkes Bedürfnis nach mehr politischer Grundbildung in  der Schule. Ausserschulische Angebote, die auf Eigeninitiative der Jugendlichen basieren, sind bereits umfassend, jedoch zu wenig bekannt. Auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse erarbeitete Bettina Hediger ein Konzept zur Förderung der politischen Meinungsbildung Jugendlicher. Es umfasst neun Massnahmen, die sich in die drei Bereiche «Stärkere Verbreitung informativer Angebote», «Ermöglichung gemeinsamer Auseinandersetzung
» sowie «Steigerung der Wahrscheinlichkeit zur Partizipation» unterteilen lassen. Das Konzept richtet sich an alle involvierten Akteure. Diese Arbeit ist letztlich auch ein klares Bekenntnis zur Wichtigkeit politischer Bildung.


Quantenpunkt-Solarzellen

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Von: Hajdin Nikola
Betreuung: Samuel Byland
Schule: MNG Rämibühl

Wir leben in einer Gesellschaft mit einem ständig wachsenden Energiebedarf. Eine Möglichkeit, diesem Energiebedarf nachzukommen, besteht in der Nutzung der Solarenergie. Diese wird durch die direkte Konversion von einfallendem Licht in elektrische Energie umgewandelt. Diese Energieproduktion wurde  möglich durch die Entdeckung und anschliessende Erklärung des photoelektrischen Effektes, auf dem Solarzellen basieren. Heutige kommerzielle mehrschichtige Zellen erreichen die Effizienz von bis zu 35%, was weit unter dem theoretischen Limit (ca. 85%) liegt. Bei einschichtigen Solarzellen liegt das theoretische Limit bei 33%. Durch den Gebrauch von Quantenpunkten könnte die Effizienz von Solarzellen stark verbessert werden. Quantenpunkte oder sogenannte Quantum Dots sind Halbleiternanokristalle, die wegen ihrer geringen Grösse spezifische Eigenschaften aufweisen. In dieser Maturitätsarbeit wurden
funktionsfähige Quantenpunkt-Solarzellen mit unterschiedlichen Parametern hergestellt und vermessen.


YAMA TANI

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Von: Good Eileen
Betreuung: Florian Bachmann
Schule: Kantonsschule Stadelhofen

Was steckt hinter der Entwicklung eines Produktes? Was heisst es, ein Produkt zu erfinden? Was braucht es, um es so zu entwickeln, dass es produziert und verkauft werden kann? Viele Fragen – eine Antwort ist klar: Gutes Design ist kein Zufall.
Ziel der Arbeit war, mittels Falttechnik eine Lampe herzustellen, die eine «eigenen Identität» besitzt. Dazu gehören das Design der Form, die Wahl des Materials, das Finden eines passenden Namens, ein gutes Logo, eine ästhetische und robuste Verpackung sowie eine eigene Webseite. Der Produktename YAMA TANI – auf Japanisch Berg Tal – nimmt Bezug auf die Berg- und Talfalten des Faltmusters und auf die als Lampenschirm verwendeten Landkarten mit Bergen und Tälern. Die Wahl der Landkarte als Werkstoff war sehr entscheidend. Eine Landkarte ist mehr als nur ein Material. Landkarten sind mit Reisen, Orten, Erinnerungen und Emotionen verbunden. So hat jede YAMA TANI-Lampe für die Kunden eine individuelle, persönliche Bedeutung. Für das Marketing sind diese persönlichen Bezüge, die zwischen Kunden und Produkt geschaffen werden, von grosser
Relevanz. Durch den Austausch mit Fachleuten aus dem Bereich des Produktedesigns und Marketing entstand eine neue Sichtweise auf das Produkt und das Vorgehen. Durch den Verkauf in der Marktlücke, einem Geschäft für handgefertigte Dinge, erschliesst sich die Möglichkeit, die Lampen in einer sozialen
Institution produzieren zu lassen. So hat sich die Maturitätsarbeit von Eileen Good zu einem umfassenden Projekt entwickelt, das noch einen spannenden Weg vor sich hat.


Virtual Wardrobe

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Von: Galli Leonardo
Betreuung: Valentin Künzle
Schule: Realgymnasium Rämibühl

Leonardo Galli entwickelte von Grund auf eine «Proof of Concept» Applikation einer «Virtual Wardrobe» (virtueller Kleiderschrank). Im Gegensatz zu einem herkömmlichen Kleiderschrank sollte der Benutzer damit einfach und unkompliziert Kleidungsstücke virtuell anprobieren und kombinieren können, anstatt die Kleidungstücke mit viel Aufwand physisch hervorzunehmen,
anzuziehen und wieder versorgen zu müssen. Die Kleider scannte er mit einer Kinect, einer Kamera zur Wahrnehmung von Körperbewegungen, die für Videospiele hergestellt wurde. Um nahtlose, sich nicht wiederholende Texturen der eingescannten Kleider zu generieren, entwickelte Leonardo einen neuartigen Algorithmus. Darüber hinaus entwarf er einen Algorithmus, der Aufdrucke bei Kleidungen extrahiert und darstellt. Ferner schrieb er eine C++ Klasse (Sammlung aller Funktionen), um den einfachen Zugang zu den gespeicherten Kleidern zu ermöglichen. Basierend auf dieser Klasse kreierte der Autor eine Benutzeroberfläche zur Steuerung der gesamten Applikation. Weiter wurde von Leonardo ein «Convolutional Neural Network» designt und trainiert. Ein solches neurales Netzwerk wird analog zum menschlichen Gehirn gebaut, trainiert und weiterentwickelt. Letztlich handelt es sich um eine «Artificial Intelligence» (künstliche Intelligenz). Diese erkennt, zu welcher Kategorie
(Hose, Pullover, T-Shirt etc.) ein Kleidungstück gehört. Die Identifikationsresultate für die verschiedenen Kategorien sind sehr gut, so werden zum Beispiel Jeans mit einer Sicherheit von 92% erkannt.


Die gentechnische Gesundheitsrevolution? Eine entscheidungstheoretische Analyse zur Wirkung gentechnischer Anwendungen auf die Schweizer Gesundheitslage

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Von: Fierz Dominic
Betreuung: Urs Gutzler
Schule: Kantonsschule Zürcher Unterland

Das Ziel dieser Maturitätsarbeit war es, die Wirkung gentechnischer Anwendungen auf die Schweizer Gesundheitslage zu analysieren. Dabei wurde hauptsächlich geprüft, inwiefern die Kosten-, Effizienz- und Ressourcenprobleme im Schweizer Gesundheitswesen durch die namhaftesten gentechnischen Anwendungen im Bereich der Medizin (rote Gentechnik) gelöst werden könnten. Dazu wurden in dieser Arbeit die molekulargenetische
Diagnostik, die personalisierte Medizin, die somatische Gentherapie, gentechnische Medikamente und gentechnische Impfstoffe verglichen. Zur mathematisch fundierten Analyse dieses mehrkriteriellen Bewertungsproblems wurde das entscheidungstheoretische Modell des analytischen Hierarchieprozesses angewandt. Dieses zeichnet sich dadurch aus, komplexe
Bewertungsprozesse vereinfachend zu strukturieren und qualitativ hochwertige Resultate zu liefern. In dieser Arbeit wird die rote Gentechnik von einem biologischen sowie einem ökonomischen Standpunkt aus beleuchtet. Nach einer kritischen Hinterfragung des Schweizer Gesundheitswesens kann, auf der Grundlage von Gesprächen mit renommierten Gentechnikexperten,  sowohl eine argumentatorische als auch eine mathematische Einschätzung des Potentials der roten Gentechnik zur Verbesserung der Schweizer Gesundheitslage präsentiert werden. Die Resultate zeigen, dass die medizinische Anwendung gentechnischer Verfahren, insbesondere die personalisierte Medizin, viele technische Probleme im Schweizer Gesundheitswesen lösen kann. Allerdings sind die schwerwiegendsten Problemstellungen in der Schweiz struktureller Art. Die Untersuchung hat gezeigt, dass diese mit gentechnischen Ansätzen nicht lösbar sind.


Femmes infâmes – Suite à Huis clos, Pièce de théâtre et Dossier d’accompagnement

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Von: Eicher Emma Tara
Betreuung: Caterina Nosdeo Grenacher
Schule: Kantonsschule Freudenberg

«L’enfer c’est les autres», aber nicht für die drei weiblichen Hauptfiguren in Emma Eichers Fortsetzung Femmes infâmes von Sartres Theaterstück Huis clos. Die von Emma Eicher auf Französisch verfasste Maturitätsarbeit besteht aus einem praktischen Teil, dem Theaterstück Femmes infâmes,  Suite à Huis clos, und einer theoretischen Abhandlung (Dossier d›accompagnement),
in der wichtige Begriffe des Existentialismus sowie die Weiterentwicklung der Originalfiguren erläutert werden. Die Idee, ein Theaterstück zu verfassen, in dem drei bereits existierende literarische Figuren aus Werken von Sartre und Camus aufeinander treffen, ist absolut brillant. In der Umsetzung hat Emma Eicher bewiesen, dass sie grosses Schreibtalent besitzt: Ihr Schreibstil zeichnet sich durch Leichtigkeit, Sicherheit und Eleganz aus. Obwohl die Vorgeschichten der Hauptfiguren detailliert erörtert
werden müssen, ist und bleibt die Handlung spannend. Dazu trägt auch der Coup de théâtre bei. Treffend ausgewählt sind auch die literarischen Zitate (Shakespeare, Dante, Orpheus), die intelligent und sensibel eingebaut sind. Speziell der Bezug zur Göttlichen Komödie ist Emma Eicher hervorragend gelungen. Die Geschichte funktioniert und rückt den existentialistischen Lebensansatz in ein neues Licht. Sie hat es verstanden, Kreativität und wissenschaftliche Forschung in einer überzeugenden Arbeit zu vereinen. In einer Inszenierung mit professionellen Schauspielerinnen veranschaulicht die Maturandin das Theaterstück anhand einer der wichtigsten Szenen. Emma Eicher wurde bereits von mehreren Französischlehrpersonen angefragt, ob sie ihr Theaterstück im Unterricht verwenden dürfen.


Identifikation von Mutationen im Alpha-1 Antitrypsin Gen

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Von: Dätwyler Rahel
Betreuung: Silvio Stucki
Schule: Kantonsschule Enge

Rahel Dätwyler zeichnete sich während ihrer Maturitätsarbeit durch ihr sehr grosses Engagement und die damit verbundene Eigeninitiative aus. Das von ihr gewählte Thema ist aufgrund der Komplexität sehr anspruchsvoll. Die autosomal rezessive Erbkrankheit Alpha-1 Antitrypsin-Mangel ist eine Stoffwechselstörung, die bei gewissen Phänotypen schon in jungem Alter zu erheblichen Lebererkrankungen, Erkrankungen der Atemwege und sogar bis zum Tod führen kann. Es stellte sich bei der in dieser Maturitätsarbeit untersuchten Familie die Frage, welche Mutationen des Alpha-1 Antitrypsin Gens vererbt werden und welche Konsequenzen dies zur Folge hat. Vermutlich wird die Gensequenz der jüngeren, betroffenen Tochter deckungsgleich mit einem Allel (Ausprägungsform eines Gens) von der Mutter und einem Allel des Vaters sein. Die Serumkonzentration des Enzyms Alpha-1 Antitrypsin im Blut, welche vor dieser Untersuchung mit
einem Bluttest ermittelt wurde, zeigt, dass die jüngere Tochter und die Mutter im Gegensatz zur älteren Tochter und dem Vater von der Krankheit betroffen sind. Mittels der DNA-Isolation, der PCR, der Agarose-Gelelektrophorese und der DNA-Sequenzierung wurden in dieser Arbeit die Mutationen aus dem Genom
der untersuchten Familienmitglieder isoliert und identifiziert. Die Resultate der Sequenzierung stimmen nur bedingt mit dem zuvor durchgeführten Bluttest überein. Bei der Sequenzierung wurde bei der Mutter, wie erwartet, ein heterozygoter Genotyp festgestellt. Ebenfalls nicht überraschend war der Befund,
dass sowohl die ältere Tochter wie auch der Vater einen homozygot gesunden Genotyp aufweisen. Bei der jüngeren Tochter wurde jedoch ebenfalls ein homozygot gesunder Genotyp nachgewiesen, was dem ursprünglichen Bluttest widerspricht.
Ein zweiter Bluttest hat die genetische Untersuchung bestätigt und das Resultat des ersten Bluttests relativiert. Es wird vermutet, dass dieser durch die Einnahme eines Medikaments negativ beeinflusst wurde. Die Erkenntnisse dieser Arbeit führten
deshalb bei der betroffenen Familie zu einer grossen Erleichterung, denn sie kann nun davon ausgehen, dass bei sämtlichen Familienmitgliedern keine Einschränkungen oder Symptome der Krankheit auftreten werden.


Der Einfluss elektromagnetischer Strahlung auf die Gehirnleistung

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Von: Casanova Marine
Betreuung: Roland Borer
Schule: Kantonsschule Stadelhofen

Handys sowie weitere elektronische Geräte sind zu einem wesentlichen Bestandteil unserer modernen Kommunikation geworden. Aufgrund der immer grösser werdenden Popularität der Handynutzung hat auch die Forschung die unterschiedlichen biologischen Effekte, welche elektromagnetische Strahlung auf unseren Körper haben könnten, untersucht. Da sich die Erkenntnisse verschiedener Studien widersprechen, hat Marine Casanova in ihrer Maturitätsarbeit untersucht, ob elektromagnetische Strahlung einen Einfluss auf die Gehirnleistung hat.
Dazu hat sie ein Experiment durchgeführt mit zwei selbstgebauten Helmen. Der eine Helm schützte die Versuchsperson vor der elektromagnetischen Strahlung, während der andere ein «Placebo»-Helm war und keine Schutzwirkung hatte. Somit waren die 20 Versuchspersonen einmal der Strahlung ausgesetzt und einmal vor der Strahlung geschützt. Die Versuchspersonen
wurden von einem Access Point (WLAN-Schüssel) bestrahlt
und mussten dabei fünf Testaufgaben zur Gehirnleistung bearbeiten. Diese Testaufgaben untersuchten verschiedene kognitive Fähigkeiten, wie die Rechenfähigkeit, die Aufmerksamkeit, die Merkfähigkeit und den Ablenkwiderstand. Zusätzlich wurden 15 Messungen der Reaktionszeit durchgeführt. Die Resultate zeigen, dass elektromagnetische Strahlung keinen grossen
Einfluss auf die Gehirnleistung hat. Die erhaltenen Unterschiede bei vier von fünf Testaufgaben sind nicht genügend signifikant, um einen Effekt auf die kognitiven Fähigkeiten sowie auf die Reaktionszeit aufzuzeigen. Dennoch ist zu beachten, dass bei der Testaufgabe «Formdreher» eine signifikante Verbesserung der Aufmerksamkeit unter dem Einfluss von Strahlung festgestellt werden konnte.


Eine Webapplikation für Stundenverschiebungen

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Von: Calamia Amos
Betreuung: Hanspeter Siegfried
Schule: Kantonsschule Zürcher Oberland

Das aktuelle Stundenverschiebungswesen an der KZO basiert auf Papierformularen, die herumgereicht und am Ende doch noch ins digitale Stundenplansystem abgetippt werden müssen. Die Arbeit von Amos Calamida beschreibt die Entwicklung eines neuen Verfahrens zur Handhabung von Stundenverschiebungen, welches die einfachere, schnellere und vor allem digitale Bearbeitung von Verschiebungen zum Ziel hat. Dank dem digitalen Ansatz können grosse Menge an Papier eingespart und involvierte Personen dank der Rechenkraft der Applikation entlastet werden. So bietet die vom Autor programmierte Applikation einige Features, die dem Nutzer aufwendige Aufgaben abnehmen. So können die Mitarbeitenden des Sekretariats freie Zimmer automatisch suchen und Schülerinnen und Schüler bei einem Stundenausfall mögliche Verschiebungen berechnen
lassen. Da das Tool schlussendlich von vielen Schüler/Innen und Lehrpersonen genutzt wird, flossen bereits zu Beginn ausführliche Gedanken zur Sicherheit und Benutzerfreundlichkeit in die Entwicklung ein. Basierend auf neuen Web-Technologien und integrierbar in die bestehende Schulinfrastruktur ist
diese Applikation als würdiger Ersatz für den aktuellen Prozess gedacht. Zurzeit läuft die Testphase mit einzelnen Klassen an der KZO, für das neue Semester ist die Implementierung an der ganzen Schule vorgesehen.


Die Entwicklung der Todesstrafe in der Schweiz unter besonderer Berücksichtigung des aufklärerischen Gedankengutes von Cesare Beccaria

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Von: Calame Léonie
Betreuung: Martin Jäger
Schule: Kantonsschule Enge

Die Autorin hat im ersten Teil untersucht, wie sich die Einstellung zur Todesstrafe im Rahmen der Aufklärung gewandelt hat. Wie es im Titel vermerkt ist, hat sie dabei ein besonderes Augenmerk auf Cesare Beccarias Ideen gelegt. Im zweiten Teil hat Léonie Calame den Fokus auf die Entwicklung der Todesstrafe
in der Schweiz gerichtet. In diesem Zusammenhang sind vor allem die Jahre 1879 und 1928-1938 entscheidend (es ging damals um eine Verfassungsrevision bzw. die Einführung des eidgenössischen Strafgesetzbuches). Anschliessend hat die Verfasserin Argumente der Befürworter und Gegner der Todesstrafe im Zusammenhang mit ausgewählten Abstimmungskämpfen anhand des Studiums von historischen Quellen zusammentragen. Schlussendlich hat Léonie Calame untersucht, wie die Befürworter und Gegner der Todesstrafe in den Jahren 1879 und 1928-1938 in den Abstimmungskämpfen argumentierten. Das Ziel war es, die verschiedenen Argumente zusammenzutragen und herauszufinden, inwiefern Beccarias aufklärerische Ideen für die endgültige Abschaffung der Todesstrafe in der
Schweiz ausschlaggebend waren. Dazu hat die Autorin die Argumente in Kategorien aufgeteilt und sich bei jeder Kategorie überlegt, inwiefern Beccarias Gedankengut entscheidend war und eine Wirkung auf die Abschaffung der Todesstrafe ausübte.
Abschliessend lässt sich sagen, dass Beccarias Gedankengut zur Todesstrafe in den verschiedenen Debatten sehr wohl ausschlaggebend war, aber auch andere Motive, die nichts mit Beccaria und seinen Ideen zu tun haben, eine Rolle gespielt haben.


DAL SEGNO – Mein Film: Ein experimentelles Gesamtkunstwerk

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Von: Brunner Samuel
Betreuung: Martin Jäger
Schule: Kantonsschule Enge

Die schriftliche Arbeit gibt einen Einblick in die Ideen und den Arbeitsprozess zu Samuel Brunners Film Dal Segno. Sie beginnt mit der Geschichtenfindung und dem anschliessenden Verfassen des Drehbuches, gefolgt von einer detaillierten Erläuterung und Deutung der Geschichte und den darin versteckten Hinweisen sowie einer genaueren Erklärung des Titels. Im zweiten Kapitel geht der Autor genauer auf die bildlichen Aspekte und
Gedanken ein, erläutert bewusst gewählte Bildkompositionen und erzählt von seiner Teilnahme als Schauspieler und von seiner Aufgabe als Leiter des ganzen Projekts. Das letzte Kapitel handelt von der von Samuel Brunner komponierten Filmmusik,
von seinem technischen Arbeitsprozess beim Arrangieren und Produzieren der Musik, und bietet eine Analyse der Themen und Leitmotive im Film. Das Endprodukt ist ein rund einstündiges musikalisches Drama, das vom Verfasser geschrieben und produziert wurde, mit ihm als Darsteller und einer von ihm vollumfänglich komponierten Filmmusik. Der Film ist geprägt von philosophischen Auseinandersetzungen, experimentellen und künstlerischen Entscheidungen im chronologischen Ablauf der Geschichte, bewusst gewählten und bedeutungsvollen Bildkompositionen, aber auch von komplexen Themen-Konstrukten in der Filmmusik.


Biologisch inspiriertes Netzwerkdesign: Biologische Evaluation des Schweizerischen Eisenbahnnetzes durch den Schleimpilz Physarum polycephalum

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Von: Bolz Manuel
Betreuung: Stefan Aeppli
Schule: KME

Die Bionik beschäftigt sich mit dem Übertragen von Phänomenen der Natur auf die Technik. Ein Beispiel dafür ist die Erforschung des Schleimpilzes Physarum polycephalum. Wenn dieser einzellige Organismus auf Nahrungssuche geht, deckt er mit seinem Körper zunächst eine möglichst grosse Fläche ab. Im Falle eines Nahrungsfundes hingegen bildet er nur noch effiziente Verbindungen aus, mit deren Hilfe er die Nahrung in seinem Körper optimal verteilt. Die Schweiz besitzt weltweit eines der dichtesten Schienennetze und ist auch in Bereichen wie Pünktlichkeit und Streckennetzbelastung Weltspitze. Die zentrale Fragestellung der vorliegenden Maturitätsarbeit war, wie effizient und belastbar das Schweizerische Eisenbahnnetz aus der Sicht von Physarum ist. Um diese Fragestellung zu beantworten, übte der Verfasser zuerst die Kultivierung des Schleimpilzes und führte erste Vorversuche der Netzwerkbildung von Physarum durch. Dabei konnte der Autor zeigen, wie der Schleimpilz in einem Labyrinth den kürzesten Weg ausbildet. Der eigentliche
Hauptversuch imitierte die Entwicklung des Schweizerischen Eisenbahnnetzes mit dem Schleimpilz Physarum und verglich das resultierende Physarum-Netzwerk mit dem realen Eisenbahnnetz der Schweiz. Dazu wurden 20mal auf Folie gedruckte und zugeschnittene Schweizer Karten auf selbst hergestellte Pilz-Nährböden gelegt. Anschliessend wurden auf diesen Karten als Knotenpunkte an 15 Orten Haferflocken als Nahrungsquellen
für Physarum platziert. Zwischen diesen Knotenpunkten bildete der Schleimpilz Physarum anschliessend in allen 20 Wiederholungen innerhalb von 72 Stunden ein Netzwerk, welches jeweils fotografiert und digitalisiert wurde. Gesamthaft lässt sich dank dieser Arbeit schlussfolgern, dass das Schweizerische Eisenbahnnetz aus Sicht des Schleimpilzes Physarum polycephalum – obwohl historisch gewachsen – sowohl sehr effizient als auch fehlertolerant und belastbar ist.


Autarkie der Masoalahalle

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Von: Alonso Hellweg Ana
Betreuung: Jonas Snozzi
Schule: Kantonsschule Zürich Nord

Die Masoalahalle repräsentiert einen Ausschnitt des Tieflandregenwaldes von Madagaskar. Eine Auswahl typischer Tier- und Pflanzenarten wird in der Halle gepflegt und gehegt, und der Zoo Zürich betreibt einen immensen Aufwand, um dieses künstliche Hallenökosystem zu unterhalten. Diese Arbeit versucht, einen von vielen Wegen aufzuzeigen, wie man das Ökosystem in der Masoalahalle der Autarkie, also der Selbstversorgung, näherbringen könnte. Einerseits wurde mithilfe ökologischer Modelle untersucht, wie viel unbewirtschaftete Hallenfläche (Verwilderung der Vegetation, ähnliche Bedingungen wie in der Natur) notwendig wäre, um die heutige Artenanzahl zu beherbergen. Andererseits wurde untersucht, wie gross eine bewirtschaftete Halle sein müsste, um eine Autarkie bezüglich Futter, Energie und Wasser zu schaffen. Im Rahmen der Recherche wurden diverse Interviews geführt, viele Berechnungen durchgeführt und ein detaillierter Artenkatalog erstellt. Beispielsweise wurden eine Insektenzucht, eine Fruchtplantage und Getreidefelder modelliert, um die Fläche einer futterautarken Halle zu ermitteln. Für diese neu dimensionierte Halle wurde anschliessend berechnet, wie viel angegliederte Aussenfläche nötig wäre, um den Wasserbedarf mittels Regenwasser und den Strombedarf durch Photovoltaik zu decke. Aus der Arbeit geht klar hervor, dass sich das Ökosystem, so wie es heute in der Masoalahalle vorzufinden ist, nicht natürlich und ohne menschliche Eingriffe (Füttern undVegetationspflege) am Standort Schweiz erhalten
könnte. Hingegen ist ein futter-, energie- und wasserautarkes System realistisch, wenn die Fläche verdreifacht und die Bewirtschaftung weitergeführt würde.


Entwicklung eines Schachroboters

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Von: Aliçkaj Altin und Bieri Dominic
Betreuung: Dr. Albert Kern und Hanspeter Siegfried
Fach: Informatik
Schule: Kantonsschule Zürcher Oberland


Die Arbeit von Altin Aliçkaj und Dominic Bieri befasst sich mit dem Bau und der Entwicklung eines Schachroboters. Der entstandene Schachroboter spielt nicht nur gegen den Menschen, sondern führt seine eigenen Züge auch auf einem realen Schachbrett aus. Dabei achteten die beiden Verfasser darauf, dass der Spielablauf möglichst natürlich gestaltet ist. Die Arbeit stellt das Konzept vor und zeigt die Schritte auf, welche zur Entwicklung eines neuen Produktes durchlaufen werden. Dabei erklärt sie Zusammenhänge verschiedener Teilbereiche, wie der Elektronik und der Informatik oder der Motorik und der Sensorik. Das Projekt wurde von Anfang bis Ende geplant. Damit dieser Text anderen Arbeiten dienen kann, werden auch Schwierigkeiten und Fehleinschätzungen beschrieben. Zum Schluss wird das fertige Produkt, mit dem man ein vollständiges Schachspiel führen kann, vorgestellt.


Hans und die gemalte Dame

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Von: Ammann Jenny
Betreuung: Andreas Villiger
Fach: Bildnerisches Gestalten
Schule: Kantonalen Maturitätsschule für Erwachsene


Der Pygmalion-Mythos hat zu allen Zeiten viele Künstlerinnen
und Künstler inspiriert und bis heute nichts von seiner Aktualität eingebüsst. Sei’s auf der Bühne, im Roman oder auf der Leinwand, immer wieder verlieben sich künstlerisch Schaffende in ihr Geschöpf. So ergeht es auch dem Maler Hans, der sich in die von ihm gemalte Dame verliebt. Jenny Ammann hat zuerst eine Kurzgeschichte verfasst, diese dann in ein Drehbuch verwandelt und schliesslich im Rahmen ihrer Maturitätsarbeit einen Stummfilm gedreht. Entstanden ist ein berührendes Werk. Jenny Ammann erweist sich als sehr talentierte Filmerin, die sowohl auf dem Set als auch am Schneidetisch die Übersicht nicht verliert und die Fäden ihrer Geschichte nicht aus der Hand lässt. Sie hat sich eingehend mit filmsprachlichen Gestaltungselementen auseinander gesetzt und ihre Kenntnisse raffiniert umgesetzt. Vom Dreh bis zur Montage zeichnet sich ihr Film durch einen hohen Grad an Professionalität im Umgang mit dem Medium aus. Besonders eindrücklich ist dabei, wie Jenny Ammann die gemalte Frau zum Leben erweckt. Mittels der Greenscreen-Technik steigt Anna aus dem Bild und bringt damit das Leben von Hans durcheinander. Auch wenn sich die Zuschauer mittlerweile an solch spektakuläre Überblendungen gewöhnt haben, ist es doch erstaunlich, was Jenny Ammann in ihrer No-budget-Produktion zustande gebracht hat. Ihr Sinn für künstlerische Gestaltung verbindet sich mit solidem Handwerk und einer perfekten Beherrschung der Filmbearbeitungsprogramme Final Cut und Motion.


Spiegeln ohne Spiegel; eine fotografische Auseinandersetzung mit inszenierten Spiegelungen

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Von: Andenmaten Mara
Betreuung: Theres Wey
Fach: Bildnerisches Gestalten
Schule: Kantonsschule Uster


In einer ersten Phase wurde fotografisch untersucht, ob eine Spiegelung auch ohne Spiegel möglich ist. Dazu wurde ein mit einem Leintuch bespannter Holzrahmen als Wand aufgestellt. In dessen Mitte wurde ein Spiegelrahmen befestigt und der Stoff innerhalb des Rahmens herausgetrennt. Vor und hinter dieser Wand wurden genau gleiche Gegenstände aufgestellt. Anschliessend wurde das Ganze fotografiert. Es stellte sich heraus, dass das Auge sich täuschen lässt. Die inszenierten Spiegelungen werden für reale Spiegelungen gehalten. Die Faszination für diese Täuschung und das Interesse am gestalterischen Experimentieren waren Grund für die Weiterführung und Weiterentwicklung der Idee. Spiegelnde Oberflächen sind faszinierend. Jeden Tag begegnen wir ihnen und betrachten unser eigenes Spiegelbild. So entstand die Idee, den Tag einer jungen Frau und ihre bewussten Blicke in den Spiegel darzustellen. Alle Bilder mussten genau geplant werden. Dazu gehörte die Suche nach geeigneten Alltagssituationen, das Skizzieren der Kulissen, die aufwändige Raumgestaltung und das Koordinieren der Zusammenarbeit mit Jugendlichen. Es wurden für alle Bilder neue Kulissen gebaut und jeweils geeignete Orte gesucht. Die dargestellten Illusionen eines Spiegelbildes sind auf den ersten Blick überzeugend. Überraschenderweise wird nicht sofort bemerkt, dass es sich um Inszenierungen handelt, obwohl es ‹Fehler› in den Bildern gibt. Unsere Augen lassen sich sehr schnell täuschen. Zum einen liegt dies bestimmt daran, dass wir zu Beginn nicht genau hinsehen. Zum anderen scheinen Erwartungen und Erfahrungen die Wahrnehmung des Betrachters / der Betrachterin zu beeinflussen.


Mehr als Essen - Kochen mit Migranten. Gestaltung eines Kochbuchs

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Von: Bachofen Lara
Betreuung: Corinne Grossert
Fach: Bildnerisches Gestalten
Schule: Kantonsschule Limmattal

Haben Sie sich einmal gefragt, wie sich all die Menschen fühlen, die in die Schweiz einwandern? Was sie bewegt oder wie ihre Kultur aussieht, die sie aus ihrem Heimatland mitbringen? Was sie kochen, was Essen für sie bedeutet oder was die Migration für eine Auswirkung auf die Schweizer Gastronomieszene hat? Das Thema Migration ist momentan ein Brennpunkt der Medien. Lara Bachofen wollte einen Einblick in die Welten der Menschen erhalten, die davon betroffen sind. Gemeinsames Kochen und interessante Gespräche mit Migranten und Migrantinnen fotografisch und schriftlich in einem Kochbuch festzuhalten, schien ihr daher eine gute Idee, um mit diesem aktuellen Thema ihren kulinarischen und kulturellen Horizont zu erweitern und ein vertieftes Verständnis für ihr fremd scheinende Menschen und neue (Koch) Kulturen kennen zu lernen. Das Produkt der Maturitätsarbeit ist ein Kochbuch mit Rezepten von Migranten und Migrantinnen aus elf verschiedenen Nationen. Zusätzlich werden in einem kurzen Portrait die Lebensumstände und Geschichten dieser Menschen erzählt. Gekocht, fotografiert und Gespräche geführt, wurde jeweils bei den Migranten und Migrantinnen zuhause. Mit ihrer interkulturellen Arbeit ist Lara Bachofen den verschiedenen Aspekten der Migration und Integration, aber auch verschiedenen Traditionen und neuen Kochkulturen auf die Spur gekommen.


Die Sonne ist unsere Zukunft - Ein solares Energiekonzept der Kantonsschule Zürich Nord

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Von: Baumann Jil
Betreuung: Christian Noetzli
Fach: Geografie
Schule: Kantonsschule Zürich Nord

Jil Baumann hat sich in ihrer Arbeit mit den verschiedenen Systemen auseinandergesetzt und sich dabei auf die Einzelsysteme (Photovoltaik und Solarthermie) und den Hybriden fokussiert. «Ist das Hybridmodul eine Option für die Kantonsschule Zürich Nord?», lautete die Leitfrage, welcher sie Schritt für Schritt nachgegangen ist. Im Zuge ihrer Untersuchungen wurde zuerst eine Evaluation der Energie- und Warmwasserdaten vorgenommen, welche die Grundvoraussetzungen und Bedürfnisse für die hypothetischen Anlageszenarien fundamentierte. Dabei wurden die ewz-Verbrauchsdaten ausgewertet und eigene Warmwassermessungen in der Schule vorgenommen. Zudem wurden die Wirkleistung und die nutzbare Abwärme des Hybriden an Testmodulen untersucht. Auf die Mess- und Auswertungsresultate hin wurden zwei Photovoltaik-Anlageszenarien zu je 660 m2 und 1000 m2 erstellt. Beide Szenarien wurden auf ihre wirtschaftliche Amortisation überprüft und bewertet. Die Brauchwarmwasserauswertungen ergaben, dass sich ein Hybridmodul mit dem thermischen Zusatz nur für den Mensaverbrauch lohnen würde, jedoch aufgrund der niedrigen Energiekosten wirtschaftlich nicht konkurrenzfähig gegenüber dem alten System der Fernwärmeheizung wäre. Dennoch ist eine forcierte Förderung solarer Energie an Schulen aus ökologischer und gesellschaftlicher Sicht äusserst erstrebenswert, da eine Sensibilisierung der jungen Bevölkerung für die Nachhaltigkeit der unsichtbaren Energie dringend erfolgen muss, um der bevorstehenden Energiekrise zu entgehen.


«Siehst du? Ich kann fliegen!» Geschlechterkonstrukte in ‹Die wilde Sophie›

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Von: Binswanger Vera
Betreuung: Eva Pabst
Fach: Deutsch
Schule: Kantonsschule Stadelhofen

Die zentrale Frage von Vera Binswangers Maturitätsarbeit lautet: Wie wird in dem Kinderbuch ‹Die wilde Sophie› (1990) Geschlecht konstruiert und literarisch dargestellt? Das Buch handelt primär von einem Konflikt zwischen Ferdinand, dem König von Zipfelland, und seinem Sohn Jan. Ferdinand ist sehr besorgt um Jan und lässt ihm deswegen keine Freiheiten. Sophie ist die Tochter eines Zwetschgenkompottlieferanten und sieht Jan als Ausweg aus einem zu engen Leben; die beiden Kinder lernen sich kennen und fliegen schlussendlich zusammen in einem Luftballon davon. Methodisch orientierte sich Vera Binswanger bei ihrer Analyse an den Kategorien Marion Gymnichs: Stimme (kann zwischen dem Geschlecht der Figuren und ihrem Sprechverhalten ein Bezug hergestellt werden?), Blick (wer wird von wem wie gesehen?), Körperkonzepte (inwiefern wird Geschlechtlichkeit Körpern zugeschrieben, und welche Aussage wird dadurch gemacht?) und Agency / Handlungsermächtigung (hängen das Geschlecht der Figuren und ihr Einfluss auf den Handlungsverlauf zusammen?). Vera Binswanger stellte in ihrer Analyse fest, dass sich Ferdinand gegen Ende der Geschichte von seiner hegemonialen Männlichkeitsvorstellung etwas distanziert; dass hingegen Jans Mutter, die Königin, am Ende zurückgelassen und negativ dargestellt wird; dass Jan und seine Lebenswelt im Text mehr Platz erhalten als Sophie; dass sich aber die Perspektiven der beiden Kinder gegen Schluss annähern, da sie gemeinsam entfliehen. Weibliche und männliche Figuren, so die Ergebnisse von Vera Binswangers Analyse, werden im Text unterschiedlich dargestellt, und es wird männlichen Figuren im Ganzen mehr Raum gegeben.


Skeletons in America’s Closet: The Gay and Lesbian Rights Movement

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Von: Childers Sydney
Betreuung: Dr. Roland Lüthi
Fach: Englisch
Schule: Kantonsschule Zürcher Unterland

Die zentrale Frage von Vera Binswangers Maturitätsarbeit lautet: Wie wird in dem Kinderbuch ‹Die wilde Sophie› (1990) Geschlecht konstruiert und literarisch dargestellt? Das Buch handelt primär von einem Konflikt zwischen Ferdinand, dem König von Zipfelland, und seinem Sohn Jan. Ferdinand ist sehr besorgt um Jan und lässt ihm deswegen keine Freiheiten. Sophie ist die Tochter eines Zwetschgenkompottlieferanten und sieht Jan als Ausweg aus einem zu engen Leben; die beiden Kinder lernen sich kennen und fliegen schlussendlich zusammen in einem Luftballon davon. Methodisch orientierte sich Vera Binswanger bei ihrer Analyse an den Kategorien Marion Gymnichs: Stimme (kann zwischen dem Geschlecht der Figuren und ihrem Sprechverhalten ein Bezug hergestellt werden?), Blick (wer wird von wem wie gesehen?), Körperkonzepte (inwiefern wird Geschlechtlichkeit Körpern zugeschrieben, und welche Aussage wird dadurch gemacht?) und Agency / Handlungsermächtigung (hängen das Geschlecht der Figuren und ihr Einfluss auf den Handlungsverlauf zusammen?). Vera Binswanger stellte in ihrer Analyse fest, dass sich Ferdinand gegen Ende der Geschichte von seiner hegemonialen Männlichkeitsvorstellung etwas distanziert; dass hingegen Jans Mutter, die Königin, am Ende zurückgelassen und negativ dargestellt wird; dass Jan und seine Lebenswelt im Text mehr Platz erhalten als Sophie; dass sich aber die Perspektiven der beiden Kinder gegen Schluss annähern, da sie gemeinsam entfliehen. Weibliche und männliche Figuren, so die Ergebnisse von Vera Binswangers Analyse, werden im Text unterschiedlich dargestellt, und es wird männlichen Figuren im Ganzen mehr Raum gegeben.


Ein hörbeeinträchtigtes Kind in der Familie: Neun ausgewählte Herausforderungen im Familienalltag, die bewältigt werden können!

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Von: De Crom Sinja
Betreuung: Olivia Amrein
Schule: Freie Katholische Schulen Zürich

Sinja De Crom hat sich in ihrer Maturitätsarbeit mit den Herausausforderungen im Familienalltag von Familien mit hörbeeinträchtigten Kindern beschäftigt. Da Sinja De Crom selbst von einer Hörbeeinträchtigung betroffen ist, ist sie täglich mit dieser Situation konfrontiert. Mittels Literaturrecherche hat Sinja De Crom eine Übersicht über die zusätzlichen Herausforderungen von Familien mit einem hörbeeinträchtigen Kind erstellt. Im praktischen Teil hat sie mithilfe eines sehr gut formulierten Fragebogens und grossem Engagement das subjektive Erleben von 31 betroffenen Familien untersucht. Den Fragebogen hat sie quantitativ und qualitativ ausgewertet und die Resultate mit den Erkenntnissen aus der Literatur verglichen. Daraus konnte sie schliesslich neun Herausforderungen ableiten. Diese hat Sinja De Crom in einem übersichtlich gestalteten Ratgeber in Form eines Flyers aufgelistet, in dem zu jeder Herausforderung Tipps und Bewältigungsstrategien gegeben werden. Der Flyer wurde mit eigenen Zeichnungen ergänzt und sehr ansprechend angefertigt. Sinja De Croms Arbeit überzeugt durch den guten Aufbau, den gut formulierten Fragebogen sowie dessen Auswertung. Nebst den Herausforderungen mit einem hörbeeinträchtigten Kind in der Phase der Diagnosestellung behandelt die Arbeit die Herausforderungen im Zusammenhang mit der Neugestaltung des Familienlebens sowie rund um die schulische Laufbahn. Es stellte sich heraus, dass Fachpersonen, insbesondere Audiopädagogen, sowie die Vernetzung mit anderen betroffenen Familien besonders hilfreich zur Bewältigung der zusätzlichen Herausforderungen sind.


Mumienporträts und ihre Farben – Ein Experiment

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Von: Deplazes Stefanie
Betreuung: Annelies Diggelmann und
Tobias Zuberbühler
Schule: Kantonsschule Zürich Nord

In ihrer Maturitätsarbeit setzte sich Stefanie Deplazes mit den spätantiken Mumienporträts auseinander. Dabei beschäftigten sie insbesondere die beiden Fragen, wie Mumienporträts maltechnisch gefertigt und welche Farbpigmente dazu benutzt worden waren. Mit diesem Wissen wollte sie dann im praktischen Teil ihrer Arbeit Farbpigmente nach antikem Verfahren herstellen und mit selber gemischten Farben ein schon bestehendes Mumienporträt nachmalen. Stefanie Deplazes recherchierte über die Funktion, Bedeutung und Entstehung der Porträts sowie über die Herkunft und den sozialen Status der abgebildeten Personen. Weiter beschäftigte sie sich mit den Farben und den drei Maltechniken (Wasserfarbe, Temperafarbe, Enkaustik), mit denen die Mumienporträts gemalt worden waren. Dabei versuchte sie sich auf antike Quellen und moderne Forschungsergebnisse zu stützen, die jedoch nur sehr oberflächliche Auskünfte lieferten und nicht alle Fragen beantworten konnten. Dies führte dazu, dass sie im praktischen Teil viel experimentieren musste. Stefanie Deplazes wandte verschiedene Maltechniken an und stellte fünf unterschiedliche Farbgemische her, bis sie auf eine brauchbare Farbe kam. Zuerst mörserte sie verschiedene Materialien und Steine mit einem Granitmörser. Dabei gewann sie viele Erkennt-nisse, zum Beispiel, dass das Azurit-Pigment je nach Art des Zermahlens eine andere Farbe bekommt. Sie malte drei Bilder, eines mit Farben aus Wachstempera mit Ölzusatz und die ande-ren beiden mit Farben aus Bienenwachs mit Ölzusatz. Ob es sich bei ihrer Farbmischung aber um die richtige antike Farbmischung handelt, muss offen bleiben.


Jenseits des Sichtbaren – Entdeckungsreise in die Welt der Elektronenmikroskopie

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Von: Bullani Oliviero
Betreuung: Beda Brun del Re
Fach: Informatik
Schule: Literargymnasium Rämibühl

Die vorliegende Maturitätsarbeit ist ein gestalterisch-wissenschaftliches Projekt, welches in erster Linie aus der Aufnahme
von bearbeiteten Kunstbildern im Rasterelektronenmikroskop
besteht. Das Ziel war es, ein Fotoalbum mit ästhetisch ansprechenden Bildern von verschiedensten Objekten und Lebewesen
zu komponieren. Dieser Teil der Arbeit repräsentiert den
künstlerisch-gestalterischen Aspekt. In einem zweiten Teil hat
Oliviero Bullani sich in Zusammenarbeit mit dem Labor der
Dermatologischen Klinik des Universitätsspitals Zürich mit der
Untersuchung von Keratinozyten im Mikroskop befasst, mit
dem Ziel der optimalen Präparation der Zellkultur für die Untersuchung im REM. In diesem experimentellen Teil verfolgte
Oliviero Bullani das Ziel, die optimale Präparation von Epidermalen Keratinozyten für die Untersuchung im Rasterelektronenmikroskop zu erreichen. Der schriftliche Begleittext wurde in drei Hauptteile gegliedert: Im ersten Teil ist die Funktionsweise des Rasterelektronenmikroskops geschildert. Im zweiten Teil hat Oliviero Bullani die Vorgehensweise bei der Präparation von Keratinozyten für die Untersuchung im Mikroskop beschrieben. Schliesslich wurden die wichtigsten Punkte bezüglich der Arbeit am Mikroskop, der Bearbeitung der Bilder sowie die Zusammenstellung von Oliviero Bullanis Buch festgehalten. Als zusammenfassendes Produkt dieser Arbeit, welche durch die Symbiose von Kunst und Wissenschaft gekennzeichnet ist, begleitet das Fotobuch den Betrachter in eine Welt, welche ihn zwar täglich umgibt, für ihn selbst jedoch unsichtbar bleibt.


Medikamentöse Behandlung von Multipler Sklerose

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Von: Linda Serra
Betreuung: André Kalberer
Fach: Chemie
Schule: Kantonsschule Büelrain

Welche Medikamente werden bei Multipler Sklerose (MS) eingesetzt? Welchen chemischen Aufbau und welchen Wirkungsmechanismus haben diese Medikamente? Wie erleben die Patienten die Wirkung der verschiedenen Behandlungsmethoden? Diesen Fragen geht Linda Serra in ihrer Maturitätsarbeit aus einer ganzheitlichen Sicht nach. Um dazu in der Lage zu sein, braucht es sehr viel Wissen und Verständnis für das Krankheitsbild, die Diagnoseverfahren und die Verlaufsbeschreibungen der Krankheit. Die verschiedenen Behandlungsansätze und der chemische Aufbau der Medikamente werden genau beschrieben. Durch ihre breite Recherche in der Fachliteratur, aber auch durch die Gespräche mit Patienten nähert sich Linda Serra den Antworten von verschiede nen Seiten. Den unbestrittenen Erfolgen der medikamentösen Behandlungen hält sie deren Grenzen sowie die Einschränkung der Lebensqualität entgegen.

Die Forschung in der medikamentösen Behandlung von MS weckt Hoffnung auf neue Behandlungsansätze und auf eine mögliche Heilung dieser bisher als unheilbar angesehenen Krankheit. Für Betroffene, Familienangehörige und weitere an MS Interessierte gibt diese Arbeit einen Einblick in die Krankheit, den Umgang der Patienten mit dieser Diagnose und den heutigen Stand der medikamentösen Behandlung.


Über den Grössenvergleich von Mengen und die totale Ordnung auf der Klasse der Kardinalzahlen

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Von: Daniel Rutschmann
Betreuung: Thomas Foertsch
Fach: Mathematik
Schule: Kantonsschule Im Lee

Ist es wirklich möglich, eine Vollkugel in unserem Anschauungs-
raum so in fünf (!) Teile zu zerlegen, dass man diese Teile alleine durch Drehung und Verschiebung neu zusammensetzen kann, um damit zwei Vollkugeln jeweils der Grösse der Ausgangskugel zu erhalten? Die erstaunliche Antwort darauf ist Ja, sofern man gewillt ist, die Axiome der Zermelo-Fraenkel Mengenlehre durch das sogenannte Auswahlaxiom zu ergänzen. Von diesem fundamentalen, in [Wi] mathematisch präzise bewiesenen Sachverhalt motiviert, begann sich Daniel Rutschmann, angeleitet von seinem Betreuer, dafür zu interessieren, was die Postulation des besagten Auswahlaxioms in der Mathematik sonst noch impliziert. Er informierte sich über das sogenannte Zornsche Lemma, das äquivalent zum Auswahlaxiom ist und das in zahlreichen Beweisen, die das Auswahlaxiom benutzen, als technisches Hilfsmittel eingesetzt wird. Unter anderem mithilfe dieses Lemmas konnte er schliesslich beweisen, dass sich die Grössen von je zwei beliebigen Mengen in der Mathematik miteinander vergleichen lassen, oder mathematisch etwas präziser, dass die Klasse der Kardinalzahlen total geordnet ist.


Wir merken uns mehr, als wir merken. Untersuchungen zur Wahrnehmung von Reizen, welche die Schwelle des Bewusstseins nicht überschreiten

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Von: Christian Bräm
Betreuung: Dr. Hanspeter Schaub
Fach: Biologie
Schule: Kantonsschule Im Lee

Einer breiteren Öffentlichkeit ist der Film bekannt, in dem Versuchspersonen gebeten werden, zwei Basketball Mannschaften zu verfolgen und die Anzahl Pässe der einen Mannschaft zu zählen. Im Laufe dieses Films bewegt sich eine als Gorilla verkleidete Person zwischen den Basketballern. Interessanterweise nehmen die meisten Versuchspersonen den "Gorilla" nicht wahr. Dieses Phänomen heisst "Unaufmerksamkeitsblindheit"
” und wird darauf zurückgeführt, dass sich das Gehirn auf die Basketballer konzentriert und deshalb den gleichfarbigen Gorilla nicht wahrnimmt.

Die theoretischen Grundlagen erarbeitete Christian
Bräm sich selbständig und wendete diese passend auf seine Fragestellung an. Mithilfe eines selber entwickelten, komplizierten Grafikprogramms wollte Christian zuerst mit 50 Versuchspersonen die erwähnte Unaufmerksamkeitsblindheit bestätigen. Auf einem Bildschirm bewegten sich verschiedenfarbige und verschieden geformte Symbole. Die Versuchspersonen mussten zählen, wie oft ein bestimmtes Symbol die Seitenwände berührte. In der Funktion der „Gorillas” verwendete Christian in einer ersten Versuchsserie kleine Bilder von Einzellern, in einer zweiten Versuchsserie kleine Bilder von Fahrzeugen. Mit beiden Versuchsserien konnte Christian die Theorie der Unaufmerksamkeitsblindheit bestätigen. Christian interessiert
e nun weiter, ob die Versuchspersonen die „Gorillas”
zwar nicht bewusst wahrgenommen, aber trotzdem im Gehirn gespeichert hatten, also ob es bei den Versuchspersonen zu
so genanntem „Priming” geführt hat. Dazu zeigte er allen Versuchspersonen nach den „Gorilla”-Versuchen die gesamte Auswahl aller Einzeller bzw. Fahrzeuge, die verwendet worden waren. Die Versuchspersonen mussten nun eines dieser Objekte auswählen. Christian konnte seine Hypothese bestätigen, dass eine Versuchsperson, die auf einen Einzeller „geprimt” war, nun den richtigen Einzeller auswählen würde. Auf Grund tiefgreifender theoretischer Überlegungen, die Christian ebenfalls
sehr selbständig entwickelte, durfte es bei den Fahrzeugen nicht zum „Priming” kommen – sehr vereinfacht gesagt, weil es sich dabei um Alltagsgegenstände handelt, die nach heutiger
kognitionspsychologischer Theorie im Gehirn bereits mit anderen Konzepten in einem Begriffsnetz verbunden sind und sich deshalb einem „Priming” entziehen. Christian konnte auch diese Hypothese bestätigen.


Effects of UV-Light on Fermentation in Yeast

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Von: Nicolas Oderbolz
Betreuung: Christina Nef
Fach: Biologie
Schule: Kantonsschule Büelrain

Nicolas Oderbolz hat mit grosser Sorgfalt ein Experiment entwickelt, das es erlaubt, die Evolution von Hefezellen innerhalb von 24 Stunden zu beobachten. Das Experiment ist einfach aufgebaut und lässt sich gefahrlos sowie mit einfachen Laborgeräten durchführen. Damit haben nun Biologielehrpersonen ein
Experiment zur Hand, das sie im Unterricht einsetzen können, um den Schülern und Schülerinnen die Möglichkeit zu bieten, einen Evolutionsprozess zu beobachten. Es ist zu betonen, dass es, soweit bekannt, in den gängigen Experimentsammlungen
für die Mittelschulbiologie bis jetzt kein Experiment in
dieser Art gibt. Aus diesem Grund konnte sich Nicolas
Oderbolz bei der Entwicklung seines Experiments auch nicht auf bestehende Experimentieranleitungen stützen, sondern musstealle nötigen Vorexperimente selbst durchführen und jeden Schritt des Experiments etablieren. Die schriftliche Arbeit, in der Nicolas Oderbolz sein Vorgehen, seine Resultate und die theoretischen Hintergründe seines Experiments festgehalten hat, ist hervorragend gelungen. Er hat die relevanten biochemischen Prozesse auf universitärem Niveau zusammengefasst und
– wie sich in der Interpretation seiner Resultate zeigt –
auch tatsächlich verstanden. So führt Nicolas Oderbolz über mehrere Seiten aus, welche Gene allenfalls Mutationen aufweisen könnten, die eine effizientere Gärung bei 16°C zur Folge hätten. Die auf Englisch verfasste Maturitätsarbeit überzeugt auch sprachlich vollends.


Von Gas und Staub – Die Schönheit galaktischer Nebel

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Von: Meret Heeb
Betreuung: Matias Meier Trüllinger
Fach: Chemie
Schule: Kantonsschule Rychenberg

Von Gas, Staub und der Schönheit galaktischer Nebel handelt
die Arbeit von Meret Heeb. Um die Schönheit galaktischer Nebel
zu zeigen, stellte sie sich die Frage, wie deren schwaches Licht
eingefangen und festgehalten werden kann. Ziel war es, Aufnah-
men des Adlernebels (M16) mit dem Teleskop der Sternwarte
Eschenberg, Winterthur, zu erstellen und mit Aufnahmen des
Hubble-Weltraumteleskops zu vergleichen. Zusätzlich sollten die verwendeten Linienfilter anhand spektroskopischer Experimente im Labor vermessen werden. Im theoretischen Teil der Arbeit werden verschiedene Nebelarten vorgestellt. Auch wird auf die Verwendung von Filtern in der Astrofotografie und die Hintergründe der Lichtentstehung in Nebeln eingegangen. In Laborexperimenten wurden drei Linienfilter und drei Lichtquellen (Weisslicht, H-Licht, He-Licht) jeweils mit und ohne Filterwirkung vermessen. Die eigenen Aufnahmen eines galaktischen Nebels erfolgten an der Sternwarte. Es zeigte sich, dass Aufnahmen des Adlernebels auch mit erdbasierten Teleskopen gelingen, die im Vergleich zum Hubble-Weltraumteleskop der Filterwirkung der Atmosphäre und der Lichtverschmutzung ausgesetzt sind. Mit stark gefilterten Fotografien können die chemischen Elemente eines Nebels und deren Verteilung im Raum beobachtet werden. Die Experimente mit den Linienfiltern zeigen auch die Bedeutung von Licht oder allgemein elektromagnetischer Strahlung in der Astronomie. Das schwache Licht, welches Objekte wie der 7000 Lichtjahre entfernte Adlernebel abgeben, ist oft der einzige Hinweis auf ihre Existenz.


Faszination Gewitter

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Von: Alexa Ebnöther
Betreuung: Markus Bürgi
Fach: Geografie
Schule: Kantonsschule Rychenberg

Alexa Ebnöthers Arbeit liegt die Frage zugrunde, wie sich Gewitter in der Schweiz verhalten und ob es signifikante Unterschiede bezüglich  der  Gewitterhäufigkeit  nach  Regionen  und  Sommermonaten  gibt. Zusätzlich  untersuchte  sie,  ob  ein  Zusammenhang  zwischen  Grosswetterlagen  und  dem  Vorkommen  von  Gewittern besteht.  Weiter fragte  sie  sich,  mit  welchen  Mitteln  sogenannte  Sturmjäger  den Gewitterverlauf  voraussagen  und  ob  sich  diese Prognosemethoden stark von jenen von Profimeteorologen unterscheiden. Einleitend befasst sich Alexa Ebnöther mit den allgemeinen  Grundlagen  zur  Gewitterbildung.  Anschliessend folgen ihreempirischen  Untersuchungen  in  Bezug  zur  Gewitterhäufigkeit. Nach kurzen Erläuterungen zur Arbeit von MeteoSchweiz werden die Prognosemethoden eines Schweizer Sturmjägers erläutert, gefolgt von Alexa Ebnöthers Erlebnisbericht zu einer selber miterlebten abenteuerlichen Gewitterjagd! Die Arbeit zeigt, dass es in der Schweiz grosse regionale Unterschiede bezüglich Gewitterhäufigkeit gibt und dass insbesondere in den Regionen der Alpensüdseite, dem zentralen Mittelland und dem zentralen Alpennordhang
die  Gewitteranzahl  am  grössten  ist.  Auf  die  Sommermonate  verteilt, nimmt die Gewitterneigung gegen Juli und August nochmals stark zu. So zeigen die durchschnittlichen Werte, dass der Monat Juli  fast  doppelt  so  viele  Gewittertage  aufweist  wie  der  Monat  Mai. Zudem stellte Alexa Ebnöther fest, dass gewisse Grosswetterlagen  das  Gewitterrisiko  begünstigen.  Diese  Analyse  liefert  auch  wichtige Daten für die Schweizer Flughäfen. Die Unterschiede bei der  Gewittervorhersage  zwischen  Profimeteorologen  und  Gewitterjägern sind hingegen geringer als erwartet.


Bodeneffektfahrzeuge: Modelle und die Technologie

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Von: Stefan Fluck
Betreuung: Roger Herrigel
Fach: Physik
Schule: Kantonsschule Büelrain

Stefan Fluck setzte sich in seiner Arbeit mit dem Thema Bodeneffektfahrzeuge auseinander. Ein Bodeneffektfahrzeug ist ein Fluggerät, welches nur in geringer Höhe fliegen kann. Dabei nutzt es den Effekt aus, dass in Bodennähe ein zusätzlicher dynamischer Auftrieb entsteht. Nebst einer Recherche über die historische Entwicklung der Fahrzeuge baut e Stefan Fluck selbst mehrere flugtüchtige Modelle. Diese Modelle mit unterschiedlichen Bauformen verglich er auf ihre Effizienz und auf ihr Flugverhalten. Mit einem Experiment im Windkanal konnte er seine Erkenntnisse aus den Probeflügen bestätigen. Die
Probleme und Fehlschläge, mit welchen die Pioniere der Bodeneffektfahrzeuge zu kämpfen hatten, sind sehr spannend beschrieben. Stefan Fluck ist es zudem gelungen, den Bodeneffekt und seine Auswirkungen auf eine wissenschaftlich exakte und anschauliche Art zu erklären. Beim Bau der Modelle glänzte Stefan Fluck vor allem durch seine Fachkompetenz, die er als Modellflugbauer mitbrachte. Mit den Messungen im Windkanal konnte er nachweisen, dass die Modelle mit grösserer Streckung einen grösseren Auftrieb produzieren und somit effizienter sind. Wie sich in den Testflügen herausstellte, muss für die grössere Effizienz aber eine verringerte Manövrierfähigkeit in Kauf genommen werden.


Darstellende Geometrie – Ein Lehrmittel für das Zweitafelverfahren

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Von: Saskia Lienhard
Betreuung: Paolo Wächli
Fach: Mathematik
Schule: Kantonsschule Im Lee

Die Maturitätsarbeit von Saskia Lienhard ist ein Meisterwerk der Reduktion. Die Grundfrage lautete: Wie kann ich ein (für viele) komplexes geometrisches Thema so darbieten, dass nur das da ist, was da sein muss, aber das dafür einfach und klar? Das Ergebnis ist ein Lehrbuch, das dünn ist, das sehr systematisch aufgebaut ist und das durch seine durchgehend gleiche Gestaltung die Botschaft vermittelt, dass auch die «gefürchtete»
Darstellende Geometrie so schlimm nicht sein kann, wenn sie so schön daher kommt... Charakteristisch für das Lehrbuch ist der Wechsel zwischen den sprachlich formulierten Erläuterungen, Aufgaben und Lösungen und den vielen graphischen Darstellungen. Der Einsatz der Farben ist nicht schönes Dekor, sondern jede Farbe hat eine erkennbare Funktion und vereinfacht die Orientierung im dreidimensionalen Raum. Der systematische Aufbau ist das Resultat der intensiven Auseinandersetzung mit dem Stoff. Saskias Ansatz ist keine Kopie eines bestehenden Lehrbuchs, sondern ein eigener, didaktisch hervorragend gelungener Weg zum Ziel, das Zweitafelverfahren für andere verständlich machen


Co(II) - katalysierte Zersetzung von Hydroperoxiden

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Von: Thomas Graf
Betreuung: Richard Weber
Fach: Chemie
Schule: Kantonsschule Büelrain

Mit grossem Engagement und viel Eigeninitiative hat Thomas Graf die vorliegende Maturarbeit über die Cobalt(II)
- katalysierte Zersetzung von Hydroperoxiden verfasst. Für diese Arbeit konnte er sich einer Forschungsabteilung der ETH Zürich anschliessen und im Rahmen einer Dissertation ein Teilproblem
angehen. Thomas Graf hat diese Kontakte selbst geknüpft und
seine Arbeit weitgehend in Eigenregie durchgeführt.  Diese Arbeit und die ihr zugrundeliegende Theorie zur Reaktionskinetik gehen weit über das hinaus, was man von einem Gymnasiasten erwarten darf. Die Dokumentation des praktischen Teils ist so umfangreich wie nötig. Beeindruckend ist die Selbstverständlichkeit, mit der Thomas Graf die Experimente durchgeführt und ausgewertet hat. Man erkennt, dass er die Ergebnisse mit den Forschern diskutiert und analysiert hat. So werden einige Fragen beantwortet, andere bleiben offen und werden in der Dissertation noch zu beantworten sein,


Untersuchungen zum Sozial- und Orientierungsverhalten der Mausohrfledermaus

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Von: Sibylle Hostettler
Betreuung: Hanspeter Schaub
Fach: Biologie
Schule: Kantonsschule Im Lee

Sibylle Hostettler hat in ihrer Maturitätsarbeit verschiedene Aspekte des Verhaltens einer Mausohrfledermaus-Kolonie in Oberstammheim untersucht. Ausführliche Pilotbeobachtungen erlaubten es ihr, vier realistische Fragestellungen zum Sozial
- und Orientierungsverhalten dieser Tiere auszuarbeiten und
diese in genauen Hypothesen zu formulieren. Sowohl für die Verhaltensaufnahmen als auch für die Auswertung entwic
kelte sie sehr eigenständige, originelle und zweckmässige Meth
oden. Für die Beobachtungen arbeitete Sibylle mit geschickt aufgebauten Protokollblättern. Zusätzlich nahm sie die Lautäusserungen der Fledermäuse auf, sowohl im hörbaren als auch im Ultraschallbereich. Um ihre mündlichen Protokolle mit den akustischen Aufnahmen der Fledermäuse zu kombinieren, zeichnete sie beides gleichzeitig auf einem iPod auf. Diese zweckmässigen und klugen Aufnahmetechniken erbrachten
sehr interessante Befunde zum Sozialverhalten der Tiere.


Verfahrenstechnische Optimierung einer Eigenbau-Biogasanlage

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Von: Tobias Meili
Betreuung: Martin Schwarz
Fach: Chemie
Schule: Kantonsschule Im Lee

Tobias konstruierte eine Biogasanlage nach eigenen Plänen. Er arbeitete sich ohne Hilfestellung des Betreuers in die Gaschromatografie ein und entwickelte eine eigene Methode, um die Biogas-Komponenten zu bestimmen. Sowohl in der Konstruktio
n der Anlage als auch bei den Messungen arbeitete er sehr selbstständig und legte eine grosse Gründlichkeit an den Tag. Seine professionelle Grundhaltung zeigte sich auch daran, dass er die Genauigkeit der verwendeten Messgeräte immer wieder
überprüfte. Das Verfolgen einer wissenschaftlichen Methodik war für Tobias selbstverständlich. In vielen Diskussionen bewies er eine sehr strukturierte Denkweise und Kreativität im technischen wie wissenschaftlichen Bereich. Er liess sich von Schwi
erigkeiten nicht entmutigen, suchte und fand entsprechende Lösungen und entwickelte eine Menge weiterführende Fragestellungen.


Die Belastung des Springpferdes

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Von: Nadine Basler
Betreuung: Daniel Bünzli
Fach: Physik
Schule: Kantonsschule Büelrain

Die Maturarbeit von Nadine Basler zum Thema «Die Belastung des Springpferdes» ist eine naturwissenschaftliche Arbeit, in der die Kraftwirkung auf die Beine eines Springpferdes beim Sprung über einHindernis experimentell untersucht wird, und zwar mit Hilfe einer Sequenz von Videobildern, die bez. Schwerpunktsbewegung und zugehöriger Kraftwirkung ausgewertet werden. Sie zeichnet sich aus durch eine hohe Kreativität bei der Planung und Durchführung, eine sinnvolle und anspruchsvolle Methodenvielfalt sowie eine Auswertung, die gründlich und bis ins Detail genau ist.


Telemachus – Allein auf hoher Bühne

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Von: Bircher David
Betreuung: Maya Asper
Fach: Deutsch
Schule: Realgymnasium Rämibühl


Im Rahmen seiner Maturitätsarbeit schrieb David Bircher ein
Ein-Mann-Musiktheater, das auf Homers Odyssee basiert.
Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von Odysseus’ Sohn
Telemachus, der sich seit 18 Jahren wünscht, seinen Vater zu
sehen. Doch als sein Wunsch endlich in Erfüllung geht, ist nicht
alles so, wie er es sich schon so lange vorgestellt hat. Entstanden ist daraus ein einstündiges Musical, das am 25. November
2015 uraufgeführt wurde. Das Theater basiert auf David Birchers
Nachforschungen über die Odyssee, insbesondere der Figur des
Telemachus, die er im Rahmen des Extended Essays geschrieben hat. Dieser erste Teil der Arbeit folgt der Frage «Inwieweit
ist Telemachus ein Antiheld zu Odysseus?» und soll dabei keine
Interpretation der Odyssee, sondern eher eine Analyse der Rolle des Telemachus im Epos sein. Nachdem David Bircher sowohl das Original, als auch verschiedene Bücher aus der Sekundärliteratur gelesen hatte, kam er zu der Schlussfolgerung, dass Telemachus einen signifikanten Charakterwandel durchlebt. Er beginnt das Epos als kleines und unsicheres Kind, will aber aufwachsen und wird nach und nach ein Held wie sein Vater. Auf seiner 21 Jahre langen Reise kann er sich selber entdecken und sich zu einem einzigartigen Helden entwickeln. Darüber hinaus interessierte den Verfasser der Vater-Sohn-Konflikt: Telemachus ist fest davon überzeugt, dass er ohne seinen Vater nicht aufwachsen kann. Und als er plötzlich auftaucht, ist vielleicht doch nicht alles so gut, wie er es sich immer gewünscht hat.