Mit dem Sonderpreis der Jury ausgezeichnet wurden folgende Arbeiten:

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Foto v.l.n.r.: Jasmin Karim, Laura Peter, Tabea Patt, Eileen Good, Nikola Hajdin

 

Der vergessene Krieg – Ein novellistischer Einblick in Bangladeschs Kampf um Freiheit

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Von: Karim Jasmin
Betreuung: Fabian Probst
Schule: Kantonsschule Zürich Nord


Pakistan, 1971: Zwischen den zwei geografisch separierten Teilstaaten des Pakistanischen Reichs herrscht Krieg. Das in Ostpakistan situierte bengalische Volk lehnt sich gegen die Machtpolitik seiner diktatorischen Führerschaft auf. In einem blutigen Konflikt prallt bengalischer Patriotismus auf das eiserne Geschütz der westpakistanischen Armee. Die Konsequenz: ein
neun Monate langer Genozid, der geschätzte 3‘000‘000 Menschenleben fordert. Diejenigen, die den Terror überlebt haben, stehen vor den Trümmern ihrer Heimat und Kultur. In dieser dunklen Kriegszeit verbrachte der Vater von Jasmin Karim sein
neuntes Lebensjahr. Die von ihm geschilderten Erinnerungen an das Ereignis bewegten sie dazu, ein literarisches Andenken an den Bengalischen Unabhängigkeitskrieg zu kreieren, welches Eindrücke aus dieser Zeit und Kultur festhalten und dem Leser näherbringen können. Dabei stellte sich die Frage, wie sich anhand biografischer und historischer Recherche eine
stimmungsvolle novellistische Erzählung im Kontext des Genozids verfassen lässt. In einem intensiven Arbeitsprozess wurde mit Hilfe der Novellentheorie und dem Analysieren diverser Quellentypen auf diese Leitfrage eingegangen. Durch die Vernetzung und Verstrickung des angeeigneten Informations-Konglomerats entstand das literarische Produkt namens «Die
Blüte des Zerfalls». Sie widerspiegelt die Vergangenheit des Vaters der Autorin und die Geschichte ihrer Herkunft. Die Novelle behandelt einen blutigen Fleck in der Geschichte der Menschheit und erinnert an den Krieg, den die Welt bereits wieder vergessen hat.


Mit Überlebenshilfe aus der Sackgasse – Die Drogenpolitik des Zürcher Stadtrats von 1989 bis 1995

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Von: Laura Peter
Betreuung: Jürg Pleiss
Schule: Kantonsschule Küsnacht


Ende der achtziger Jahre befand sich der Zürcher Stadtrat mit seiner Drogenpolitik in einer Sackgasse. Die offene Drogenszene am Platzspitz in Gehdistanz zum Hauptbahnhof zog täglich Tausende von Drogenkonsumenten aus nah und fern an. Der Platzspitz wurde zu einem Ort des grenzenlosen Elends, und
der Gesundheitszustand der Süchtigen verschlechterte sich gegen Ende der 1980er Jahre massiv. 1985 war bereits jeder zweite Drogenkonsument HIV-positiv. Der Handlungsdruck auf den Stadtrat stieg. Grundlage seiner Drogenpolitik war damals das sogenannte 3-Säulen-Modell, das 1975 mit der Revision
des Betäubungsmittelgesetzes verabschiedet worden war. Es beruhte auf der Prävention, der Therapie und der Repression. Die menschlichen Dramen, die sich mitten in Zürich abspielten, machten aber deutlich, dass dieses Modell an Grenzen stiess und der Handlungsspielraum erweitert werden musste.
Zwischen 1989 und 1995 gelang es dem Stadtrat, die Drogenpolitik auf ein neues Fundament zu stellen. Die Maturitätsarbeit von Laura Peter geht der Frage nach, welches die Gründe für die drogenpolitische Kurskorrektur des Zürcher Stadtrats während des untersuchten Zeitraumes waren und wie sich
diese vollzog. Sie beleuchtet detailliert den Entscheidungsprozess rund um den Aufbau der 4. Säule: der Überlebenshilfe. Mit der 4. Säule wollte man das Überleben der Drogenkonsumenten sicherstellen, den Schutz vor der Ansteckung mit dem HI-Virus verbessern, Gesundheitsschäden eindämmen und
ihnen eine höhere Lebensqualität ermöglichen. Mit dem Aufbau eines breiten Angebots an Überlebenshilfe fand der Stadtrat den Weg aus der Sackgasse. Er konnte die offene Drogenszene im Februar 1995 definitiv schliessen. Über die Auswertung der Primärquellen aus dem Stadtarchiv hinaus wurden
Interviews mit ausgewählten Zeitzeugen (alt SP Stadtrat Robert Neukomm, alt FDP Gemeinderat Urs Lauffer, Dr. André Seidenberg) geführt, um die Ergebnisse aus den Quellen einzuordnen und Lücken in den Primärquellen zu diskutieren. Eine Gesamtdarstellung des Entscheidungsprozesses in der Drogenpolitik
des Zürcher Stadtrats von 1989 bis 1995 ist wissenschaftliches Neuland.


Mens sana in corpore sano – Chirurgie in der Antike

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Von: Patt Tabea
Betreuung: Barbara Suter
Schule: Kantonsschule Hohe Promenade


Ausgehend von ihrem Wunsch, Chirurgin zu werden, fragte sich Tabea Patt, wie es mit der Medizin, vor allem der Chirurgie, in der Antike stand, was man vom menschlichen Körper und seiner Funktion wusste, wie man Krankheiten und Verletzungen behandelte und ob die vielen lateinischen und griechischen Fachausdrücke in der Medizin aus der Antike stammen.
Tabea Patt las sich ein in die der antiken Medizin zugrundeliegenden Theorien und Vorstellungen und wandte sich dann medizinischen Texten zu. Speziell beschäftigte sie sich mit dem Werk «De medicina» von Celsus. Weil ihr die existierende Übersetzung ins Deutsche zu ungenau war, übersetzte sie grosse Teile selbst. Auch Textstellen anderer Autoren las sie im Original und übersetzte sie. Sie verglich antike Vorgehensweisen mit modernen. Es gelang ihr sogar, einer Operation (laparoskopische Hysterektomie) beiwohnen zu dürfen. Tabea Patt stellte fest, dass in manchen Bereichen grosse Unterschiede zwischen
damals und heute bestehen (Kenntnis der Organfunktionen, Hygiene, Anästhesie), andererseits die heute verwendeten Ausdrücke aus der Antike stammen, manche Instrumente (z.B. Skalpelle) und Vorgehensweisen unverändert sind, bis hin zur Lagerung der Patientin für die Hysterektomie.


YAMA TANI

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Von: Eileen Good
Betreuung: Florian Bachmann
Schule: Kantonsschule Stadelhofen


Was steckt hinter der Entwicklung eines Produktes? Was heisst es, ein Produkt zu erfinden? Was braucht es, um es so zu entwickeln, dass es produziert und verkauft werden kann? Viele Fragen – eine Antwort ist klar: Gutes Design ist kein Zufall.
Ziel der Arbeit war, mittels Falttechnik eine Lampe herzustellen, die eine «eigenen Identität» besitzt. Dazu gehören das Design der Form, die Wahl des Materials, das Finden eines passenden Namens, ein gutes Logo, eine ästhetische und robuste Verpackung sowie eine eigene Webseite. Der Produktename YAMA TANI – auf Japanisch Berg Tal – nimmt Bezug auf die Berg- und Talfalten des Faltmusters und auf die als Lampenschirm
verwendeten Landkarten mit Bergen und Tälern. Die Wahl der Landkarte als Werkstoff war sehr entscheidend. Eine Landkarte ist mehr als nur ein Material. Landkarten sind mit Reisen, Orten, Erinnerungen und Emotionen verbunden. So hat jede YAMA TANI-Lampe für die Kunden eine individuelle, persönliche Bedeutung. Für das Marketing sind diese persönlichen Bezüge,
die zwischen Kunden und Produkt geschaffen werden, von grosser Relevanz. Durch den Austausch mit Fachleuten aus dem Bereich des Produktedesigns und Marketing entstand eine neue Sichtweise auf das Produkt und das Vorgehen. Durch den Verkauf in der Marktlücke, einem Geschäft für handgefertigte
Dinge, erschliesst sich die Möglichkeit, die Lampen in einer sozialen Institution produzieren zu lassen. So hat sich die Maturitätsarbeit von Eileen Good zu einem umfassenden Projekt entwickelt, das noch einen spannenden Weg vor sich hat.


Quantenpunkt-Solarzellen

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Von: Nikola Hajdin
Betreuung: Samuel Byland
Schule: MNG Rämibühl


Wir leben in einer Gesellschaft mit einem ständig wachsenden Energiebedarf. Eine Möglichkeit, diesem Energiebedarf nachzukommen, besteht in der Nutzung der Solarenergie. Diese wird durch die direkte Konversion von einfallendem Licht in elektrische Energie umgewandelt. Diese Energieproduktion wurde möglich durch die Entdeckung und anschliessende Erklärung des photoelektrischen Effektes, auf dem Solarzellen basieren. Heutige kommerzielle mehrschichtige Zellen erreichen die Effizienz von bis zu 35%, was weit unter dem theoretischen Limit (ca. 85%) liegt. Bei einschichtigen Solarzellen liegt das theoretische Limit bei 33%. Durch den Gebrauch von Quantenpunkten könnte die Effizienz von Solarzellen stark verbessert werden. Quantenpunkte oder sogenannte Quantum Dots sind Halbleiternanokristalle, die wegen ihrer geringen Grösse spezifische Eigenschaften aufweisen. In dieser Maturitätsarbeit wurden
funktionsfähige Quantenpunkt-Solarzellen mit unterschiedlichen Parametern hergestellt und vermessen.


Festakt, 10. Mai 2017, Universität Zürich

Fotos: Ethan Oelman, www.ethan-oelman.com

Sämtliche Fotos können hier in Druckqualität heruntergeladen werden

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Rückblick

Informationen

 

Maturitätsarbeit
Die Maturitätsarbeit ist ein wichtiges Element zur Vorbereitung auf das Studium an den Hochschulen. Sie fördert die selbständige Auseinandersetzung mit einem frei gewählten Thema und wird im ersten Semester des letzten Schuljahrs verfasst. Ab 2012 ist sie eine von dreizehn Maturitätsnoten, die für das Bestehen der Matura relevant sind.

Ausstellung
Die Ausstellung ausgezeichneter Maturitätsarbeiten gibt einer breiten Öffentlichkeit Gelegenheit, das Leistungsspektrum der Zürcher Mittelschulen in komprimierter Form kennen zu lernen. Sie findet an der Universität Zürich oder der ETH Zürich statt und zeigt jeweils 50 der insgesamt rund 2500 verfassten Arbeiten.

Die von Impuls Mittelschule, der Stelle für Öffentlichkeitsarbeit der Zürcher Mittelschulen, ins Leben gerufene Ausstellung feierte 2011 bereits ihr 10-jähriges Jubiläum und ist längst zu einem Fixpunkt in der Zürcher Bildungslandschaft geworden.

Auswahlverfahren
Entsprechend der Anzahl Maturandinnen und Maturanden werden eine bis vier Arbeiten pro Kantonsschule ausgestellt. Die Schulen reichen ihre Arbeiten aufgrund der schulinternen Auswahl ein. Daraus wählt Impuls Mittelschule ca. 50 Arbeiten aus, die in der Folge ausgestellt werden.
Im Verlauf der Ausstellung nominiert eine Jury 5 Preisträgerinnen und Preisträger, deren Arbeiten mit einem Preis im Wert von 1000 Franken prämiert werden. Die Autorinnen und Autoren der übrigen ausgestellten Maturitätsarbeiten erhalten eine Anerkennung im Wert von 100 Franken.
Darüber hinaus nutzt die Stiftung „Schweizer Jugend forscht“ die Ausstellung, um einige Arbeiten auszuwählen und ihre Verfasserinnen und Verfasser einzuladen, sich am Nationalen Wettbewerb zu beteiligen.

Infos zu Schweizer Jugend forscht: www.sjf.ch
 
Termine
Die Ausstellungsbroschüre informiert in detaillierter Form über das Anmelde- und Auswahlverfahren, sowie enthält sie alle wichtigen Termine. Die wichtigsten Daten sind hier als Übersicht zusammengefasst:
 
3. März 2017 
Abgabe der Maturitätsarbeiten, der Zusammenfassung und dem Meldeformular an Impuls Mittelschule in Papier- und elektronischer Form
 
10. April 2017
Einreichen der Ausstellungsplakate als pdf-Datei bei Impuls Mittelschule 
 
3. Mai 2017
Beginn der Ausstellung im Lichthof der Universität Zürich
 
10. Mai 2017
Festakt und Prämierung der ausgezeichneten Maturitätsarbeiten in der Aula der Universität Zürich
 
24. Mai 2017
Ende der Ausstellung im Lichthof der Universität Zürich

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