Entwicklung eines Schachroboters

bieri_dominic_kzo.jpg

Von: Aliçkaj Altin und Bieri Dominic
Betreuung: Dr. Albert Kern und Hanspeter Siegfried
Fach: Informatik
Schule: Kantonsschule Zürcher Oberland


Die Arbeit von Altin Aliçkaj und Dominic Bieri befasst sich mit dem Bau und der Entwicklung eines Schachroboters. Der entstandene Schachroboter spielt nicht nur gegen den Menschen, sondern führt seine eigenen Züge auch auf einem realen Schachbrett aus. Dabei achteten die beiden Verfasser darauf, dass der Spielablauf möglichst natürlich gestaltet ist. Die Arbeit stellt das Konzept vor und zeigt die Schritte auf, welche zur Entwicklung eines neuen Produktes durchlaufen werden. Dabei erklärt sie Zusammenhänge verschiedener Teilbereiche, wie der Elektronik und der Informatik oder der Motorik und der Sensorik. Das Projekt wurde von Anfang bis Ende geplant. Damit dieser Text anderen Arbeiten dienen kann, werden auch Schwierigkeiten und Fehleinschätzungen beschrieben. Zum Schluss wird das fertige Produkt, mit dem man ein vollständiges Schachspiel führen kann, vorgestellt.


Hans und die gemalte Dame

ammann_jenny_kme.jpg

Von: Ammann Jenny
Betreuung: Andreas Villiger
Fach: Bildnerisches Gestalten
Schule: Kantonalen Maturitätsschule für Erwachsene


Der Pygmalion-Mythos hat zu allen Zeiten viele Künstlerinnen
und Künstler inspiriert und bis heute nichts von seiner Aktualität eingebüsst. Sei’s auf der Bühne, im Roman oder auf der Leinwand, immer wieder verlieben sich künstlerisch Schaffende in ihr Geschöpf. So ergeht es auch dem Maler Hans, der sich in die von ihm gemalte Dame verliebt. Jenny Ammann hat zuerst eine Kurzgeschichte verfasst, diese dann in ein Drehbuch verwandelt und schliesslich im Rahmen ihrer Maturitätsarbeit einen Stummfilm gedreht. Entstanden ist ein berührendes Werk. Jenny Ammann erweist sich als sehr talentierte Filmerin, die sowohl auf dem Set als auch am Schneidetisch die Übersicht nicht verliert und die Fäden ihrer Geschichte nicht aus der Hand lässt. Sie hat sich eingehend mit filmsprachlichen Gestaltungselementen auseinander gesetzt und ihre Kenntnisse raffiniert umgesetzt. Vom Dreh bis zur Montage zeichnet sich ihr Film durch einen hohen Grad an Professionalität im Umgang mit dem Medium aus. Besonders eindrücklich ist dabei, wie Jenny Ammann die gemalte Frau zum Leben erweckt. Mittels der Greenscreen-Technik steigt Anna aus dem Bild und bringt damit das Leben von Hans durcheinander. Auch wenn sich die Zuschauer mittlerweile an solch spektakuläre Überblendungen gewöhnt haben, ist es doch erstaunlich, was Jenny Ammann in ihrer No-budget-Produktion zustande gebracht hat. Ihr Sinn für künstlerische Gestaltung verbindet sich mit solidem Handwerk und einer perfekten Beherrschung der Filmbearbeitungsprogramme Final Cut und Motion.


Spiegeln ohne Spiegel; eine fotografische Auseinandersetzung mit inszenierten Spiegelungen

andenmatten_mara_uster.jpg

Von: Andenmaten Mara
Betreuung: Theres Wey
Fach: Bildnerisches Gestalten
Schule: Kantonsschule Uster


In einer ersten Phase wurde fotografisch untersucht, ob eine Spiegelung auch ohne Spiegel möglich ist. Dazu wurde ein mit einem Leintuch bespannter Holzrahmen als Wand aufgestellt. In dessen Mitte wurde ein Spiegelrahmen befestigt und der Stoff innerhalb des Rahmens herausgetrennt. Vor und hinter dieser Wand wurden genau gleiche Gegenstände aufgestellt. Anschliessend wurde das Ganze fotografiert. Es stellte sich heraus, dass das Auge sich täuschen lässt. Die inszenierten Spiegelungen werden für reale Spiegelungen gehalten. Die Faszination für diese Täuschung und das Interesse am gestalterischen Experimentieren waren Grund für die Weiterführung und Weiterentwicklung der Idee. Spiegelnde Oberflächen sind faszinierend. Jeden Tag begegnen wir ihnen und betrachten unser eigenes Spiegelbild. So entstand die Idee, den Tag einer jungen Frau und ihre bewussten Blicke in den Spiegel darzustellen. Alle Bilder mussten genau geplant werden. Dazu gehörte die Suche nach geeigneten Alltagssituationen, das Skizzieren der Kulissen, die aufwändige Raumgestaltung und das Koordinieren der Zusammenarbeit mit Jugendlichen. Es wurden für alle Bilder neue Kulissen gebaut und jeweils geeignete Orte gesucht. Die dargestellten Illusionen eines Spiegelbildes sind auf den ersten Blick überzeugend. Überraschenderweise wird nicht sofort bemerkt, dass es sich um Inszenierungen handelt, obwohl es ‹Fehler› in den Bildern gibt. Unsere Augen lassen sich sehr schnell täuschen. Zum einen liegt dies bestimmt daran, dass wir zu Beginn nicht genau hinsehen. Zum anderen scheinen Erwartungen und Erfahrungen die Wahrnehmung des Betrachters / der Betrachterin zu beeinflussen.


Mehr als Essen - Kochen mit Migranten. Gestaltung eines Kochbuchs

bachofen_lara_ksl.jpg

Von: Bachofen Lara
Betreuung: Corinne Grossert
Fach: Bildnerisches Gestalten
Schule: Kantonsschule Limmattal

Haben Sie sich einmal gefragt, wie sich all die Menschen fühlen, die in die Schweiz einwandern? Was sie bewegt oder wie ihre Kultur aussieht, die sie aus ihrem Heimatland mitbringen? Was sie kochen, was Essen für sie bedeutet oder was die Migration für eine Auswirkung auf die Schweizer Gastronomieszene hat? Das Thema Migration ist momentan ein Brennpunkt der Medien. Lara Bachofen wollte einen Einblick in die Welten der Menschen erhalten, die davon betroffen sind. Gemeinsames Kochen und interessante Gespräche mit Migranten und Migrantinnen fotografisch und schriftlich in einem Kochbuch festzuhalten, schien ihr daher eine gute Idee, um mit diesem aktuellen Thema ihren kulinarischen und kulturellen Horizont zu erweitern und ein vertieftes Verständnis für ihr fremd scheinende Menschen und neue (Koch) Kulturen kennen zu lernen. Das Produkt der Maturitätsarbeit ist ein Kochbuch mit Rezepten von Migranten und Migrantinnen aus elf verschiedenen Nationen. Zusätzlich werden in einem kurzen Portrait die Lebensumstände und Geschichten dieser Menschen erzählt. Gekocht, fotografiert und Gespräche geführt, wurde jeweils bei den Migranten und Migrantinnen zuhause. Mit ihrer interkulturellen Arbeit ist Lara Bachofen den verschiedenen Aspekten der Migration und Integration, aber auch verschiedenen Traditionen und neuen Kochkulturen auf die Spur gekommen.


Die Sonne ist unsere Zukunft - Ein solares Energiekonzept der Kantonsschule Zürich Nord

baumann_jil_zhnord.jpg

Von: Baumann Jil
Betreuung: Christian Noetzli
Fach: Geografie
Schule: Kantonsschule Zürich Nord

Jil Baumann hat sich in ihrer Arbeit mit den verschiedenen Systemen auseinandergesetzt und sich dabei auf die Einzelsysteme (Photovoltaik und Solarthermie) und den Hybriden fokussiert. «Ist das Hybridmodul eine Option für die Kantonsschule Zürich Nord?», lautete die Leitfrage, welcher sie Schritt für Schritt nachgegangen ist. Im Zuge ihrer Untersuchungen wurde zuerst eine Evaluation der Energie- und Warmwasserdaten vorgenommen, welche die Grundvoraussetzungen und Bedürfnisse für die hypothetischen Anlageszenarien fundamentierte. Dabei wurden die ewz-Verbrauchsdaten ausgewertet und eigene Warmwassermessungen in der Schule vorgenommen. Zudem wurden die Wirkleistung und die nutzbare Abwärme des Hybriden an Testmodulen untersucht. Auf die Mess- und Auswertungsresultate hin wurden zwei Photovoltaik-Anlageszenarien zu je 660 m2 und 1000 m2 erstellt. Beide Szenarien wurden auf ihre wirtschaftliche Amortisation überprüft und bewertet. Die Brauchwarmwasserauswertungen ergaben, dass sich ein Hybridmodul mit dem thermischen Zusatz nur für den Mensaverbrauch lohnen würde, jedoch aufgrund der niedrigen Energiekosten wirtschaftlich nicht konkurrenzfähig gegenüber dem alten System der Fernwärmeheizung wäre. Dennoch ist eine forcierte Förderung solarer Energie an Schulen aus ökologischer und gesellschaftlicher Sicht äusserst erstrebenswert, da eine Sensibilisierung der jungen Bevölkerung für die Nachhaltigkeit der unsichtbaren Energie dringend erfolgen muss, um der bevorstehenden Energiekrise zu entgehen.


«Siehst du? Ich kann fliegen!» Geschlechterkonstrukte in ‹Die wilde Sophie›

binswanger_vera_kst.jpeg

Von: Binswanger Vera
Betreuung: Eva Pabst
Fach: Deutsch
Schule: Kantonsschule Stadelhofen

Die zentrale Frage von Vera Binswangers Maturitätsarbeit lautet: Wie wird in dem Kinderbuch ‹Die wilde Sophie› (1990) Geschlecht konstruiert und literarisch dargestellt? Das Buch handelt primär von einem Konflikt zwischen Ferdinand, dem König von Zipfelland, und seinem Sohn Jan. Ferdinand ist sehr besorgt um Jan und lässt ihm deswegen keine Freiheiten. Sophie ist die Tochter eines Zwetschgenkompottlieferanten und sieht Jan als Ausweg aus einem zu engen Leben; die beiden Kinder lernen sich kennen und fliegen schlussendlich zusammen in einem Luftballon davon. Methodisch orientierte sich Vera Binswanger bei ihrer Analyse an den Kategorien Marion Gymnichs: Stimme (kann zwischen dem Geschlecht der Figuren und ihrem Sprechverhalten ein Bezug hergestellt werden?), Blick (wer wird von wem wie gesehen?), Körperkonzepte (inwiefern wird Geschlechtlichkeit Körpern zugeschrieben, und welche Aussage wird dadurch gemacht?) und Agency / Handlungsermächtigung (hängen das Geschlecht der Figuren und ihr Einfluss auf den Handlungsverlauf zusammen?). Vera Binswanger stellte in ihrer Analyse fest, dass sich Ferdinand gegen Ende der Geschichte von seiner hegemonialen Männlichkeitsvorstellung etwas distanziert; dass hingegen Jans Mutter, die Königin, am Ende zurückgelassen und negativ dargestellt wird; dass Jan und seine Lebenswelt im Text mehr Platz erhalten als Sophie; dass sich aber die Perspektiven der beiden Kinder gegen Schluss annähern, da sie gemeinsam entfliehen. Weibliche und männliche Figuren, so die Ergebnisse von Vera Binswangers Analyse, werden im Text unterschiedlich dargestellt, und es wird männlichen Figuren im Ganzen mehr Raum gegeben.


Skeletons in America’s Closet: The Gay and Lesbian Rights Movement

childers_sydney_kzu.jpg

Von: Childers Sydney
Betreuung: Dr. Roland Lüthi
Fach: Englisch
Schule: Kantonsschule Zürcher Unterland

Die zentrale Frage von Vera Binswangers Maturitätsarbeit lautet: Wie wird in dem Kinderbuch ‹Die wilde Sophie› (1990) Geschlecht konstruiert und literarisch dargestellt? Das Buch handelt primär von einem Konflikt zwischen Ferdinand, dem König von Zipfelland, und seinem Sohn Jan. Ferdinand ist sehr besorgt um Jan und lässt ihm deswegen keine Freiheiten. Sophie ist die Tochter eines Zwetschgenkompottlieferanten und sieht Jan als Ausweg aus einem zu engen Leben; die beiden Kinder lernen sich kennen und fliegen schlussendlich zusammen in einem Luftballon davon. Methodisch orientierte sich Vera Binswanger bei ihrer Analyse an den Kategorien Marion Gymnichs: Stimme (kann zwischen dem Geschlecht der Figuren und ihrem Sprechverhalten ein Bezug hergestellt werden?), Blick (wer wird von wem wie gesehen?), Körperkonzepte (inwiefern wird Geschlechtlichkeit Körpern zugeschrieben, und welche Aussage wird dadurch gemacht?) und Agency / Handlungsermächtigung (hängen das Geschlecht der Figuren und ihr Einfluss auf den Handlungsverlauf zusammen?). Vera Binswanger stellte in ihrer Analyse fest, dass sich Ferdinand gegen Ende der Geschichte von seiner hegemonialen Männlichkeitsvorstellung etwas distanziert; dass hingegen Jans Mutter, die Königin, am Ende zurückgelassen und negativ dargestellt wird; dass Jan und seine Lebenswelt im Text mehr Platz erhalten als Sophie; dass sich aber die Perspektiven der beiden Kinder gegen Schluss annähern, da sie gemeinsam entfliehen. Weibliche und männliche Figuren, so die Ergebnisse von Vera Binswangers Analyse, werden im Text unterschiedlich dargestellt, und es wird männlichen Figuren im Ganzen mehr Raum gegeben.


Ein hörbeeinträchtigtes Kind in der Familie: Neun ausgewählte Herausforderungen im Familienalltag, die bewältigt werden können!

de_crom_sinja_kath._gymn..jpg

Von: De Crom Sinja
Betreuung: Olivia Amrein
Schule: Freie Katholische Schulen Zürich

Sinja De Crom hat sich in ihrer Maturitätsarbeit mit den Herausausforderungen im Familienalltag von Familien mit hörbeeinträchtigten Kindern beschäftigt. Da Sinja De Crom selbst von einer Hörbeeinträchtigung betroffen ist, ist sie täglich mit dieser Situation konfrontiert. Mittels Literaturrecherche hat Sinja De Crom eine Übersicht über die zusätzlichen Herausforderungen von Familien mit einem hörbeeinträchtigen Kind erstellt. Im praktischen Teil hat sie mithilfe eines sehr gut formulierten Fragebogens und grossem Engagement das subjektive Erleben von 31 betroffenen Familien untersucht. Den Fragebogen hat sie quantitativ und qualitativ ausgewertet und die Resultate mit den Erkenntnissen aus der Literatur verglichen. Daraus konnte sie schliesslich neun Herausforderungen ableiten. Diese hat Sinja De Crom in einem übersichtlich gestalteten Ratgeber in Form eines Flyers aufgelistet, in dem zu jeder Herausforderung Tipps und Bewältigungsstrategien gegeben werden. Der Flyer wurde mit eigenen Zeichnungen ergänzt und sehr ansprechend angefertigt. Sinja De Croms Arbeit überzeugt durch den guten Aufbau, den gut formulierten Fragebogen sowie dessen Auswertung. Nebst den Herausforderungen mit einem hörbeeinträchtigten Kind in der Phase der Diagnosestellung behandelt die Arbeit die Herausforderungen im Zusammenhang mit der Neugestaltung des Familienlebens sowie rund um die schulische Laufbahn. Es stellte sich heraus, dass Fachpersonen, insbesondere Audiopädagogen, sowie die Vernetzung mit anderen betroffenen Familien besonders hilfreich zur Bewältigung der zusätzlichen Herausforderungen sind.


Mumienporträts und ihre Farben – Ein Experiment

deplazes_stefanie_zh_nord.jpg

Von: Deplazes Stefanie
Betreuung: Annelies Diggelmann und
Tobias Zuberbühler
Schule: Kantonsschule Zürich Nord

In ihrer Maturitätsarbeit setzte sich Stefanie Deplazes mit den spätantiken Mumienporträts auseinander. Dabei beschäftigten sie insbesondere die beiden Fragen, wie Mumienporträts maltechnisch gefertigt und welche Farbpigmente dazu benutzt worden waren. Mit diesem Wissen wollte sie dann im praktischen Teil ihrer Arbeit Farbpigmente nach antikem Verfahren herstellen und mit selber gemischten Farben ein schon bestehendes Mumienporträt nachmalen. Stefanie Deplazes recherchierte über die Funktion, Bedeutung und Entstehung der Porträts sowie über die Herkunft und den sozialen Status der abgebildeten Personen. Weiter beschäftigte sie sich mit den Farben und den drei Maltechniken (Wasserfarbe, Temperafarbe, Enkaustik), mit denen die Mumienporträts gemalt worden waren. Dabei versuchte sie sich auf antike Quellen und moderne Forschungsergebnisse zu stützen, die jedoch nur sehr oberflächliche Auskünfte lieferten und nicht alle Fragen beantworten konnten. Dies führte dazu, dass sie im praktischen Teil viel experimentieren musste. Stefanie Deplazes wandte verschiedene Maltechniken an und stellte fünf unterschiedliche Farbgemische her, bis sie auf eine brauchbare Farbe kam. Zuerst mörserte sie verschiedene Materialien und Steine mit einem Granitmörser. Dabei gewann sie viele Erkennt-nisse, zum Beispiel, dass das Azurit-Pigment je nach Art des Zermahlens eine andere Farbe bekommt. Sie malte drei Bilder, eines mit Farben aus Wachstempera mit Ölzusatz und die ande-ren beiden mit Farben aus Bienenwachs mit Ölzusatz. Ob es sich bei ihrer Farbmischung aber um die richtige antike Farbmischung handelt, muss offen bleiben.


Jenseits des Sichtbaren – Entdeckungsreise in die Welt der Elektronenmikroskopie

bullani_oliviero_lg.jpg

Von: Bullani Oliviero
Betreuung: Beda Brun del Re
Fach: Informatik
Schule: Literargymnasium Rämibühl

Die vorliegende Maturitätsarbeit ist ein gestalterisch-wissenschaftliches Projekt, welches in erster Linie aus der Aufnahme
von bearbeiteten Kunstbildern im Rasterelektronenmikroskop
besteht. Das Ziel war es, ein Fotoalbum mit ästhetisch ansprechenden Bildern von verschiedensten Objekten und Lebewesen
zu komponieren. Dieser Teil der Arbeit repräsentiert den
künstlerisch-gestalterischen Aspekt. In einem zweiten Teil hat
Oliviero Bullani sich in Zusammenarbeit mit dem Labor der
Dermatologischen Klinik des Universitätsspitals Zürich mit der
Untersuchung von Keratinozyten im Mikroskop befasst, mit
dem Ziel der optimalen Präparation der Zellkultur für die Untersuchung im REM. In diesem experimentellen Teil verfolgte
Oliviero Bullani das Ziel, die optimale Präparation von Epidermalen Keratinozyten für die Untersuchung im Rasterelektronenmikroskop zu erreichen. Der schriftliche Begleittext wurde in drei Hauptteile gegliedert: Im ersten Teil ist die Funktionsweise des Rasterelektronenmikroskops geschildert. Im zweiten Teil hat Oliviero Bullani die Vorgehensweise bei der Präparation von Keratinozyten für die Untersuchung im Mikroskop beschrieben. Schliesslich wurden die wichtigsten Punkte bezüglich der Arbeit am Mikroskop, der Bearbeitung der Bilder sowie die Zusammenstellung von Oliviero Bullanis Buch festgehalten. Als zusammenfassendes Produkt dieser Arbeit, welche durch die Symbiose von Kunst und Wissenschaft gekennzeichnet ist, begleitet das Fotobuch den Betrachter in eine Welt, welche ihn zwar täglich umgibt, für ihn selbst jedoch unsichtbar bleibt.


Medikamentöse Behandlung von Multipler Sklerose

linda-serra-m-arb-723x1024.png

Von: Linda Serra
Betreuung: André Kalberer
Fach: Chemie
Schule: Kantonsschule Büelrain

Welche Medikamente werden bei Multipler Sklerose (MS) eingesetzt? Welchen chemischen Aufbau und welchen Wirkungsmechanismus haben diese Medikamente? Wie erleben die Patienten die Wirkung der verschiedenen Behandlungsmethoden? Diesen Fragen geht Linda Serra in ihrer Maturitätsarbeit aus einer ganzheitlichen Sicht nach. Um dazu in der Lage zu sein, braucht es sehr viel Wissen und Verständnis für das Krankheitsbild, die Diagnoseverfahren und die Verlaufsbeschreibungen der Krankheit. Die verschiedenen Behandlungsansätze und der chemische Aufbau der Medikamente werden genau beschrieben. Durch ihre breite Recherche in der Fachliteratur, aber auch durch die Gespräche mit Patienten nähert sich Linda Serra den Antworten von verschiede nen Seiten. Den unbestrittenen Erfolgen der medikamentösen Behandlungen hält sie deren Grenzen sowie die Einschränkung der Lebensqualität entgegen.

Die Forschung in der medikamentösen Behandlung von MS weckt Hoffnung auf neue Behandlungsansätze und auf eine mögliche Heilung dieser bisher als unheilbar angesehenen Krankheit. Für Betroffene, Familienangehörige und weitere an MS Interessierte gibt diese Arbeit einen Einblick in die Krankheit, den Umgang der Patienten mit dieser Diagnose und den heutigen Stand der medikamentösen Behandlung.


Über den Grössenvergleich von Mengen und die totale Ordnung auf der Klasse der Kardinalzahlen

Datei: kardinalzahlen-724x1024.jpg

Von: Daniel Rutschmann
Betreuung: Thomas Foertsch
Fach: Mathematik
Schule: Kantonsschule Im Lee

Ist es wirklich möglich, eine Vollkugel in unserem Anschauungs-
raum so in fünf (!) Teile zu zerlegen, dass man diese Teile alleine durch Drehung und Verschiebung neu zusammensetzen kann, um damit zwei Vollkugeln jeweils der Grösse der Ausgangskugel zu erhalten? Die erstaunliche Antwort darauf ist Ja, sofern man gewillt ist, die Axiome der Zermelo-Fraenkel Mengenlehre durch das sogenannte Auswahlaxiom zu ergänzen. Von diesem fundamentalen, in [Wi] mathematisch präzise bewiesenen Sachverhalt motiviert, begann sich Daniel Rutschmann, angeleitet von seinem Betreuer, dafür zu interessieren, was die Postulation des besagten Auswahlaxioms in der Mathematik sonst noch impliziert. Er informierte sich über das sogenannte Zornsche Lemma, das äquivalent zum Auswahlaxiom ist und das in zahlreichen Beweisen, die das Auswahlaxiom benutzen, als technisches Hilfsmittel eingesetzt wird. Unter anderem mithilfe dieses Lemmas konnte er schliesslich beweisen, dass sich die Grössen von je zwei beliebigen Mengen in der Mathematik miteinander vergleichen lassen, oder mathematisch etwas präziser, dass die Klasse der Kardinalzahlen total geordnet ist.


Wir merken uns mehr, als wir merken. Untersuchungen zur Wahrnehmung von Reizen, welche die Schwelle des Bewusstseins nicht überschreiten

maturitaetsarbeitchristianbraemimlee2013.jpg

Von: Christian Bräm
Betreuung: Dr. Hanspeter Schaub
Fach: Biologie
Schule: Kantonsschule Im Lee

Einer breiteren Öffentlichkeit ist der Film bekannt, in dem Versuchspersonen gebeten werden, zwei Basketball Mannschaften zu verfolgen und die Anzahl Pässe der einen Mannschaft zu zählen. Im Laufe dieses Films bewegt sich eine als Gorilla verkleidete Person zwischen den Basketballern. Interessanterweise nehmen die meisten Versuchspersonen den "Gorilla" nicht wahr. Dieses Phänomen heisst "Unaufmerksamkeitsblindheit"
” und wird darauf zurückgeführt, dass sich das Gehirn auf die Basketballer konzentriert und deshalb den gleichfarbigen Gorilla nicht wahrnimmt.

Die theoretischen Grundlagen erarbeitete Christian
Bräm sich selbständig und wendete diese passend auf seine Fragestellung an. Mithilfe eines selber entwickelten, komplizierten Grafikprogramms wollte Christian zuerst mit 50 Versuchspersonen die erwähnte Unaufmerksamkeitsblindheit bestätigen. Auf einem Bildschirm bewegten sich verschiedenfarbige und verschieden geformte Symbole. Die Versuchspersonen mussten zählen, wie oft ein bestimmtes Symbol die Seitenwände berührte. In der Funktion der „Gorillas” verwendete Christian in einer ersten Versuchsserie kleine Bilder von Einzellern, in einer zweiten Versuchsserie kleine Bilder von Fahrzeugen. Mit beiden Versuchsserien konnte Christian die Theorie der Unaufmerksamkeitsblindheit bestätigen. Christian interessiert
e nun weiter, ob die Versuchspersonen die „Gorillas”
zwar nicht bewusst wahrgenommen, aber trotzdem im Gehirn gespeichert hatten, also ob es bei den Versuchspersonen zu
so genanntem „Priming” geführt hat. Dazu zeigte er allen Versuchspersonen nach den „Gorilla”-Versuchen die gesamte Auswahl aller Einzeller bzw. Fahrzeuge, die verwendet worden waren. Die Versuchspersonen mussten nun eines dieser Objekte auswählen. Christian konnte seine Hypothese bestätigen, dass eine Versuchsperson, die auf einen Einzeller „geprimt” war, nun den richtigen Einzeller auswählen würde. Auf Grund tiefgreifender theoretischer Überlegungen, die Christian ebenfalls
sehr selbständig entwickelte, durfte es bei den Fahrzeugen nicht zum „Priming” kommen – sehr vereinfacht gesagt, weil es sich dabei um Alltagsgegenstände handelt, die nach heutiger
kognitionspsychologischer Theorie im Gehirn bereits mit anderen Konzepten in einem Begriffsnetz verbunden sind und sich deshalb einem „Priming” entziehen. Christian konnte auch diese Hypothese bestätigen.


Effects of UV-Light on Fermentation in Yeast

maturarbeitnicolasoderbolz.jpg

Von: Nicolas Oderbolz
Betreuung: Christina Nef
Fach: Biologie
Schule: Kantonsschule Büelrain

Nicolas Oderbolz hat mit grosser Sorgfalt ein Experiment entwickelt, das es erlaubt, die Evolution von Hefezellen innerhalb von 24 Stunden zu beobachten. Das Experiment ist einfach aufgebaut und lässt sich gefahrlos sowie mit einfachen Laborgeräten durchführen. Damit haben nun Biologielehrpersonen ein
Experiment zur Hand, das sie im Unterricht einsetzen können, um den Schülern und Schülerinnen die Möglichkeit zu bieten, einen Evolutionsprozess zu beobachten. Es ist zu betonen, dass es, soweit bekannt, in den gängigen Experimentsammlungen
für die Mittelschulbiologie bis jetzt kein Experiment in
dieser Art gibt. Aus diesem Grund konnte sich Nicolas
Oderbolz bei der Entwicklung seines Experiments auch nicht auf bestehende Experimentieranleitungen stützen, sondern musstealle nötigen Vorexperimente selbst durchführen und jeden Schritt des Experiments etablieren. Die schriftliche Arbeit, in der Nicolas Oderbolz sein Vorgehen, seine Resultate und die theoretischen Hintergründe seines Experiments festgehalten hat, ist hervorragend gelungen. Er hat die relevanten biochemischen Prozesse auf universitärem Niveau zusammengefasst und
– wie sich in der Interpretation seiner Resultate zeigt –
auch tatsächlich verstanden. So führt Nicolas Oderbolz über mehrere Seiten aus, welche Gene allenfalls Mutationen aufweisen könnten, die eine effizientere Gärung bei 16°C zur Folge hätten. Die auf Englisch verfasste Maturitätsarbeit überzeugt auch sprachlich vollends.


Von Gas und Staub – Die Schönheit galaktischer Nebel

galaktischer_nebel.jpg

Von: Meret Heeb
Betreuung: Matias Meier Trüllinger
Fach: Chemie
Schule: Kantonsschule Rychenberg

Von Gas, Staub und der Schönheit galaktischer Nebel handelt
die Arbeit von Meret Heeb. Um die Schönheit galaktischer Nebel
zu zeigen, stellte sie sich die Frage, wie deren schwaches Licht
eingefangen und festgehalten werden kann. Ziel war es, Aufnah-
men des Adlernebels (M16) mit dem Teleskop der Sternwarte
Eschenberg, Winterthur, zu erstellen und mit Aufnahmen des
Hubble-Weltraumteleskops zu vergleichen. Zusätzlich sollten die verwendeten Linienfilter anhand spektroskopischer Experimente im Labor vermessen werden. Im theoretischen Teil der Arbeit werden verschiedene Nebelarten vorgestellt. Auch wird auf die Verwendung von Filtern in der Astrofotografie und die Hintergründe der Lichtentstehung in Nebeln eingegangen. In Laborexperimenten wurden drei Linienfilter und drei Lichtquellen (Weisslicht, H-Licht, He-Licht) jeweils mit und ohne Filterwirkung vermessen. Die eigenen Aufnahmen eines galaktischen Nebels erfolgten an der Sternwarte. Es zeigte sich, dass Aufnahmen des Adlernebels auch mit erdbasierten Teleskopen gelingen, die im Vergleich zum Hubble-Weltraumteleskop der Filterwirkung der Atmosphäre und der Lichtverschmutzung ausgesetzt sind. Mit stark gefilterten Fotografien können die chemischen Elemente eines Nebels und deren Verteilung im Raum beobachtet werden. Die Experimente mit den Linienfiltern zeigen auch die Bedeutung von Licht oder allgemein elektromagnetischer Strahlung in der Astronomie. Das schwache Licht, welches Objekte wie der 7000 Lichtjahre entfernte Adlernebel abgeben, ist oft der einzige Hinweis auf ihre Existenz.


Faszination Gewitter

faszination_gewitter-724x1024.jpg

Von: Alexa Ebnöther
Betreuung: Markus Bürgi
Fach: Geografie
Schule: Kantonsschule Rychenberg

Alexa Ebnöthers Arbeit liegt die Frage zugrunde, wie sich Gewitter in der Schweiz verhalten und ob es signifikante Unterschiede bezüglich  der  Gewitterhäufigkeit  nach  Regionen  und  Sommermonaten  gibt. Zusätzlich  untersuchte  sie,  ob  ein  Zusammenhang  zwischen  Grosswetterlagen  und  dem  Vorkommen  von  Gewittern besteht.  Weiter fragte  sie  sich,  mit  welchen  Mitteln  sogenannte  Sturmjäger  den Gewitterverlauf  voraussagen  und  ob  sich  diese Prognosemethoden stark von jenen von Profimeteorologen unterscheiden. Einleitend befasst sich Alexa Ebnöther mit den allgemeinen  Grundlagen  zur  Gewitterbildung.  Anschliessend folgen ihreempirischen  Untersuchungen  in  Bezug  zur  Gewitterhäufigkeit. Nach kurzen Erläuterungen zur Arbeit von MeteoSchweiz werden die Prognosemethoden eines Schweizer Sturmjägers erläutert, gefolgt von Alexa Ebnöthers Erlebnisbericht zu einer selber miterlebten abenteuerlichen Gewitterjagd! Die Arbeit zeigt, dass es in der Schweiz grosse regionale Unterschiede bezüglich Gewitterhäufigkeit gibt und dass insbesondere in den Regionen der Alpensüdseite, dem zentralen Mittelland und dem zentralen Alpennordhang
die  Gewitteranzahl  am  grössten  ist.  Auf  die  Sommermonate  verteilt, nimmt die Gewitterneigung gegen Juli und August nochmals stark zu. So zeigen die durchschnittlichen Werte, dass der Monat Juli  fast  doppelt  so  viele  Gewittertage  aufweist  wie  der  Monat  Mai. Zudem stellte Alexa Ebnöther fest, dass gewisse Grosswetterlagen  das  Gewitterrisiko  begünstigen.  Diese  Analyse  liefert  auch  wichtige Daten für die Schweizer Flughäfen. Die Unterschiede bei der  Gewittervorhersage  zwischen  Profimeteorologen  und  Gewitterjägern sind hingegen geringer als erwartet.


Bodeneffektfahrzeuge: Modelle und die Technologie

maturarbeit_stefanfluckbuelrain.jpg

Von: Stefan Fluck
Betreuung: Roger Herrigel
Fach: Physik
Schule: Kantonsschule Büelrain

Stefan Fluck setzte sich in seiner Arbeit mit dem Thema Bodeneffektfahrzeuge auseinander. Ein Bodeneffektfahrzeug ist ein Fluggerät, welches nur in geringer Höhe fliegen kann. Dabei nutzt es den Effekt aus, dass in Bodennähe ein zusätzlicher dynamischer Auftrieb entsteht. Nebst einer Recherche über die historische Entwicklung der Fahrzeuge baut e Stefan Fluck selbst mehrere flugtüchtige Modelle. Diese Modelle mit unterschiedlichen Bauformen verglich er auf ihre Effizienz und auf ihr Flugverhalten. Mit einem Experiment im Windkanal konnte er seine Erkenntnisse aus den Probeflügen bestätigen. Die
Probleme und Fehlschläge, mit welchen die Pioniere der Bodeneffektfahrzeuge zu kämpfen hatten, sind sehr spannend beschrieben. Stefan Fluck ist es zudem gelungen, den Bodeneffekt und seine Auswirkungen auf eine wissenschaftlich exakte und anschauliche Art zu erklären. Beim Bau der Modelle glänzte Stefan Fluck vor allem durch seine Fachkompetenz, die er als Modellflugbauer mitbrachte. Mit den Messungen im Windkanal konnte er nachweisen, dass die Modelle mit grösserer Streckung einen grösseren Auftrieb produzieren und somit effizienter sind. Wie sich in den Testflügen herausstellte, muss für die grössere Effizienz aber eine verringerte Manövrierfähigkeit in Kauf genommen werden.


Darstellende Geometrie – Ein Lehrmittel für das Zweitafelverfahren

maturitaetsarbeitsaskialienhard2011.jpg

Von: Saskia Lienhard
Betreuung: Paolo Wächli
Fach: Mathematik
Schule: Kantonsschule Im Lee

Die Maturitätsarbeit von Saskia Lienhard ist ein Meisterwerk der Reduktion. Die Grundfrage lautete: Wie kann ich ein (für viele) komplexes geometrisches Thema so darbieten, dass nur das da ist, was da sein muss, aber das dafür einfach und klar? Das Ergebnis ist ein Lehrbuch, das dünn ist, das sehr systematisch aufgebaut ist und das durch seine durchgehend gleiche Gestaltung die Botschaft vermittelt, dass auch die «gefürchtete»
Darstellende Geometrie so schlimm nicht sein kann, wenn sie so schön daher kommt... Charakteristisch für das Lehrbuch ist der Wechsel zwischen den sprachlich formulierten Erläuterungen, Aufgaben und Lösungen und den vielen graphischen Darstellungen. Der Einsatz der Farben ist nicht schönes Dekor, sondern jede Farbe hat eine erkennbare Funktion und vereinfacht die Orientierung im dreidimensionalen Raum. Der systematische Aufbau ist das Resultat der intensiven Auseinandersetzung mit dem Stoff. Saskias Ansatz ist keine Kopie eines bestehenden Lehrbuchs, sondern ein eigener, didaktisch hervorragend gelungener Weg zum Ziel, das Zweitafelverfahren für andere verständlich machen


Co(II) - katalysierte Zersetzung von Hydroperoxiden

maturitaetsarbeitthomasgrafbueelrain2010.jpg

Von: Thomas Graf
Betreuung: Richard Weber
Fach: Chemie
Schule: Kantonsschule Büelrain

Mit grossem Engagement und viel Eigeninitiative hat Thomas Graf die vorliegende Maturarbeit über die Cobalt(II)
- katalysierte Zersetzung von Hydroperoxiden verfasst. Für diese Arbeit konnte er sich einer Forschungsabteilung der ETH Zürich anschliessen und im Rahmen einer Dissertation ein Teilproblem
angehen. Thomas Graf hat diese Kontakte selbst geknüpft und
seine Arbeit weitgehend in Eigenregie durchgeführt.  Diese Arbeit und die ihr zugrundeliegende Theorie zur Reaktionskinetik gehen weit über das hinaus, was man von einem Gymnasiasten erwarten darf. Die Dokumentation des praktischen Teils ist so umfangreich wie nötig. Beeindruckend ist die Selbstverständlichkeit, mit der Thomas Graf die Experimente durchgeführt und ausgewertet hat. Man erkennt, dass er die Ergebnisse mit den Forschern diskutiert und analysiert hat. So werden einige Fragen beantwortet, andere bleiben offen und werden in der Dissertation noch zu beantworten sein,


Untersuchungen zum Sozial- und Orientierungsverhalten der Mausohrfledermaus

maturitaetsarbeitsibyllehostettlerksimlee2010.jpg

Von: Sibylle Hostettler
Betreuung: Hanspeter Schaub
Fach: Biologie
Schule: Kantonsschule Im Lee

Sibylle Hostettler hat in ihrer Maturitätsarbeit verschiedene Aspekte des Verhaltens einer Mausohrfledermaus-Kolonie in Oberstammheim untersucht. Ausführliche Pilotbeobachtungen erlaubten es ihr, vier realistische Fragestellungen zum Sozial
- und Orientierungsverhalten dieser Tiere auszuarbeiten und
diese in genauen Hypothesen zu formulieren. Sowohl für die Verhaltensaufnahmen als auch für die Auswertung entwic
kelte sie sehr eigenständige, originelle und zweckmässige Meth
oden. Für die Beobachtungen arbeitete Sibylle mit geschickt aufgebauten Protokollblättern. Zusätzlich nahm sie die Lautäusserungen der Fledermäuse auf, sowohl im hörbaren als auch im Ultraschallbereich. Um ihre mündlichen Protokolle mit den akustischen Aufnahmen der Fledermäuse zu kombinieren, zeichnete sie beides gleichzeitig auf einem iPod auf. Diese zweckmässigen und klugen Aufnahmetechniken erbrachten
sehr interessante Befunde zum Sozialverhalten der Tiere.


Verfahrenstechnische Optimierung einer Eigenbau-Biogasanlage

ma_biogas_tobias_meili.jpg

Von: Tobias Meili
Betreuung: Martin Schwarz
Fach: Chemie
Schule: Kantonsschule Im Lee

Tobias konstruierte eine Biogasanlage nach eigenen Plänen. Er arbeitete sich ohne Hilfestellung des Betreuers in die Gaschromatografie ein und entwickelte eine eigene Methode, um die Biogas-Komponenten zu bestimmen. Sowohl in der Konstruktio
n der Anlage als auch bei den Messungen arbeitete er sehr selbstständig und legte eine grosse Gründlichkeit an den Tag. Seine professionelle Grundhaltung zeigte sich auch daran, dass er die Genauigkeit der verwendeten Messgeräte immer wieder
überprüfte. Das Verfolgen einer wissenschaftlichen Methodik war für Tobias selbstverständlich. In vielen Diskussionen bewies er eine sehr strukturierte Denkweise und Kreativität im technischen wie wissenschaftlichen Bereich. Er liess sich von Schwi
erigkeiten nicht entmutigen, suchte und fand entsprechende Lösungen und entwickelte eine Menge weiterführende Fragestellungen.


Die Belastung des Springpferdes

springferd.jpg

Von: Nadine Basler
Betreuung: Daniel Bünzli
Fach: Physik
Schule: Kantonsschule Büelrain

Die Maturarbeit von Nadine Basler zum Thema «Die Belastung des Springpferdes» ist eine naturwissenschaftliche Arbeit, in der die Kraftwirkung auf die Beine eines Springpferdes beim Sprung über einHindernis experimentell untersucht wird, und zwar mit Hilfe einer Sequenz von Videobildern, die bez. Schwerpunktsbewegung und zugehöriger Kraftwirkung ausgewertet werden. Sie zeichnet sich aus durch eine hohe Kreativität bei der Planung und Durchführung, eine sinnvolle und anspruchsvolle Methodenvielfalt sowie eine Auswertung, die gründlich und bis ins Detail genau ist.


Telemachus – Allein auf hoher Bühne

bircher_david_rg.jpg

Von: Bircher David
Betreuung: Maya Asper
Fach: Deutsch
Schule: Realgymnasium Rämibühl


Im Rahmen seiner Maturitätsarbeit schrieb David Bircher ein
Ein-Mann-Musiktheater, das auf Homers Odyssee basiert.
Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von Odysseus’ Sohn
Telemachus, der sich seit 18 Jahren wünscht, seinen Vater zu
sehen. Doch als sein Wunsch endlich in Erfüllung geht, ist nicht
alles so, wie er es sich schon so lange vorgestellt hat. Entstanden ist daraus ein einstündiges Musical, das am 25. November
2015 uraufgeführt wurde. Das Theater basiert auf David Birchers
Nachforschungen über die Odyssee, insbesondere der Figur des
Telemachus, die er im Rahmen des Extended Essays geschrieben hat. Dieser erste Teil der Arbeit folgt der Frage «Inwieweit
ist Telemachus ein Antiheld zu Odysseus?» und soll dabei keine
Interpretation der Odyssee, sondern eher eine Analyse der Rolle des Telemachus im Epos sein. Nachdem David Bircher sowohl das Original, als auch verschiedene Bücher aus der Sekundärliteratur gelesen hatte, kam er zu der Schlussfolgerung, dass Telemachus einen signifikanten Charakterwandel durchlebt. Er beginnt das Epos als kleines und unsicheres Kind, will aber aufwachsen und wird nach und nach ein Held wie sein Vater. Auf seiner 21 Jahre langen Reise kann er sich selber entdecken und sich zu einem einzigartigen Helden entwickeln. Darüber hinaus interessierte den Verfasser der Vater-Sohn-Konflikt: Telemachus ist fest davon überzeugt, dass er ohne seinen Vater nicht aufwachsen kann. Und als er plötzlich auftaucht, ist vielleicht doch nicht alles so gut, wie er es sich immer gewünscht hat.